Auf der Suche nach Amerika
“Ich habe sogar schon eines im Bücherregal liegen: Die Reise mit Charley.” erklärte ich stolz.
Tja, nach nunmehr unserem dritten Steinbeck-Buch ist unsere Erfahrung: man macht niemals etwas falsch, wenn man einen Steinbeck liest.
John Steinbeck schreibt hier über die Reiseträume der Amerikaner um 1960, wie es zumindest uns auch heutzutage in Deutschland auffällt:
In ihren Augen sah ich etwas, das ich wieder und wieder in allen Teilen Amerikas sehen sollte – ein brennendes Verlangen loszuziehen, sich aufzumachen, egal wohin, nur weg. Sie sprachen leise darüber, wie gern sie eines Tages fortgehen würden, losziehen, frei und ungebunden, nicht zu etwas hin, sondern einfach weg. Ich sah diesen Blick und spürte dieses Verlangen überall, egal wo ich hinkam, in jedem Staat. Fast jeder Amerikaner hungert danach, loszuziehen.
Wenn es also auch um die Landschaften geht, durch die John Steinbeck kommt: sein Hauptthema sind dennoch die Menschen, die er unterwegs trifft. Wie sie sich von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheiden und wie sie dennoch alle gemeinsam Amerikaner sind.
Die Lektüre dieses Buches führte Claudia und mich immer wieder in Gespräche. Weil das Erzählte so haarscharf trifft, weil der Autor ein sehr genaues Radar für Stimmungen und Momente hat. Wir konnten und wollten seine Wahrnehmungen immer wieder mit unseren Erfahrungen abgleichen. Gemeint sind hier Reiseerfahrungen, aber auch Erkenntnisse im normalen Lebensablauf.
Fazit
Diese Reisebeschreibung ist mehr als nur ein Dokument seiner Zeit. John Steinbeck hat uns – und ganz sicher auch den vielen anderen Lesern vor und nach uns – mit seiner Literatur tatsächlich etwas geschenkt, er hat uns damit im wahrsten Sinne bereichert.
Weitere interessante Bücher hierzu:
- Die Straße der Ölsardinen, John Steinbeck
- Logbuch des Lebens, John Steinbeck