31. Januar 2026

Das Zauberschiff

Roman von Sandra Paretti (1935 – 1994)

Roman um einen an der US-amerikanischen Ostküste ankernden Luxusliner im Jahre 1914

Nach Südseefieber das zweite Buch von Sandra Paretti, das wir gemeinsam lasen. Und wieder zog uns die Autorin mit ihrer hier und da sicher klischeehaften Erzählweise in den Bann. Wir freuten uns jedes mal auf unsere Lesestunde.

Schöne Kulisse
Bar Harbour – als ich diesen Ort als Handlungsrahmen für die Geschichte im Buch las, war das Buch sofort mir (ich glaube, das Buch stammt aus einem Bücherschrank). Claudia und ich verbrachten in Bar Harbour und Umgebung ja bereits ein paar schöne Tage im Mai 2014, als wir für unseren ersten USA-Dokufilm unterwegs waren. So etwas liest man ja dann immer gerne, wenn man dann vielleicht sogar bestimmte Umgebungen oder Ortsnamen von eigenen Besuchen wiedererkennt.

Die Personen
Zugegebenermaßen, hier bedient die Autorin eindeutig Klischees. Die handelnden Personen haben klare (meist positive) Eigenschaften, die sie im Verlaufe der Geschichte kaum mehr ändern, sondern vielmehr immer wieder bestätigen. Bei Kapitän Polack weiß man sich jederzeit in guten und loyalen Händen. So, wie es sich also für eine Führungspersönlichkeit mit verantwortungsvoller Stellung auch “gehört”. Das läßt uns schon mal in sicherer Behaglichkeit schwelgen.

Der wichtigste Protagonist des Romans, der zweite Offizier Fred Vandermark, wird als Traum von einem Mann dargestellt, sowohl für potentielle Heiratskandidatinnen sowie auch als “Maßstab” für andere Männer. Er erscheint stets souverän, sowohl in seinem Dienst auf dem Schiff als auch im Umgang mit Menschen. Die Frauen sind hinter ihm her. Ein Klischee, ja klar. Aber manchmal will man genau so eine Geschichte.

Temperence C. Butler, eine der wichtigsten Persönlichkeiten in Bar Harbour, dem Ort, vor dem der Luxusliner Kronprinzessin Cecilie einen Sommer lang ankert, verkörpert einen anderen klischeehaften Charakter. Stets wirkt sie auf mich sehr angenehm und sympatisch, obwohl ihre Einmischung in die privatesten Angelegenheiten anderer eigentlich mindestens einer Rüge bedürften. Die gealterte Patriarchin weiß immer was sie will und ist auch in der Lage, all ihr Wollen und alle ihre Wünsche durchzusetzen, also stets zu bekommen, was sie will. – Nun, nicht immmer. Aber ich will der Handlung an dieser Stelle ja nicht vorgreifen.

Es gibt noch viele weitere Persönlichkeiten im Buch, die einer Erwähnung wert wären und deren Charakter ebenso geradlinig, also menschlich vorbildlich, angelegt wurden. Doch das würde diese Rezension sprengen. Fakt ist, man weiß immer, woran man mit den jeweiligen Protagonisten zu jeder Zeit ist. – Normalerweise ein eher negatives Kriterium für einen interessanten Roman, doch mir taten diese Konstellationen gerade gut und käme mir wieder ein Buch dieser Autorin in die Finger (vor allem, wenn es am Meer spielt), dann würde ich es wieder lesen.

Fazit
Eigentlich habe ich es eben geschrieben: ich würde auch noch ein weiteres Buch von Sandra Paretti lesen. Das haben in früheren Jahren wohl auch weitere Leser so gesehen, denn die weltweite Gesamtauflage ihrer Bücher übersteigt die 30 Millionen-Grenze (in 28 Sprachen!).

Claudias Fazit
Claudia hat natürlich ihre eigene Meinung zu dem Buch
 

Bar Harbour kurz nach Kriegsausbruch in Europa im Sommer 1914. In der vorgelagerten Frenchman Bay im Bundesstaat Maine ankert der deutsche Luxusdampfer Kronprinzessin Cecilie, der wegen des gerade ausgebrochenen Krieges nicht ins Deutsche Reich zurückkehren kann. Kapitän Polack und ca. 650 Mann Besatzung sind dadurch gezwungen, einen Sommer lang im Paradies zu verbringen. Denn auch für die Bewohner des eher verschlafenen Ortes bringt es eine Reihe (geschäftlicher) Vorteile, der ganze Ort feiert die Anwesenheit der Deutschen in ihrer Bucht.

Temperence C. Butler ist eine der Hauptpersonen in diesem Roman. Eine reiche Witwe, 63 Jahre, die ein feudales Sommerhaus in Bar Harbour besitzt. Schon seit mehr als einem Dutzend Jahren genießt sie jährlich ihre Reise nach Europa, immer auf der Cecilie. Eine Frau, die weiß, was sie will und die sich kaufen kann, was sie will. Allerdings versucht sie mit dieser Gabe ihre Enkelin Anne und auch Entscheidungen weiterer Personen damit zu beeinflussen. Was ihr meist gelingt – doch nicht immer.

Es gibt da noch den zweiten Offizier der Cecilie, Fred Vandermark. Anne Butler verliebt sich in ihn. Gäbe es da nicht noch die ebenso superreiche Witwe Gloria Linzee. Auch sie liebt Fred.

Es bleibt also unentwegt spannend, wer von den beiden als Siegerin um die Gunst des Zweiten hervorgeht. Oder bleibt der charmante und bei vielen Frauen beliebte Fred Vandermark dem freiem Leben als die Meere bereisender Schiffsoffizier treu? Es ist also Einiges los zwischen den Buchdeckeln und es dreht sich vordergründig um die zwei Themen: die Liebe zwischen zwei Menschen und die Treue der Mannschaft zu ihrem Schiff. Das Buch ist somit reich gefüllt mit Geschichten, die für alle Beteiligten unvergesslich bleiben.

Mein Fazit: Ein zauberhaftes und wunderbares Buch, das mir besonders gut gefallen hat.