24. Mai 2026

Der Leuchtturm am Ende der Welt

Jules Verne (1828 – 1905)

Roman

Ein recht schnell zu lesender Roman des franzö­sischen Science-Fiction und Abenteuer­literaten. Durch die Kürze (knapp über 200 Seiten mit relativ großer Schrift) fällt mir der Einstieg in ein Buch von Jules Verne als Ferien­lektüre recht leicht.

Wieso zögere ich mitunter bei Jules Verne? – Er war ein Genie bezüglich Science Fiction, man denke nur an Kapitän Nemo und sein Unterwasserboot Nautilus oder an die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Doch ich zögere, weil ich seine genauen erklärenden Ausführungen bei wissenschaftlichen oder naturwisssenschaftlichen Dingen kenne, die zwar interessant und in jedem Falle sehr wissenserweiternd sind, die jedoch den Fluss und die Spannung der Handlung oft unterbrechen, wodurch man gedanklich leicht den Faden verlieren kann und mitunter abschweift. Dieses Problem wird auf der Webseite von klexikon.de auch deutlich benannt:

In seinen Reisegeschichten fanden sich immer öfter viele Seiten, in denen er Informationen aus der Wissenschaft nacherzählte. Das machte sie für viele Leser weniger spannend.

«Der Leuchtturm» war dennoch leicht, locker-flockig zu lesen: die Geschichte ist geradlinig erzählt, enthält keine Wirrungen oder komplizierte Verwicklungen. Diese Vereinfachungen finden ihren Ausdruck zum Beispiel durch den “Kunstgriff”, dass der Leuchtturmwärter Vasquez über die Vergangenheit und die Vorhaben der Piraten dadurch vollständig informiert wird (und damit selbstverständlich gleichzeitig der Leser), dass er hin und wieder von seinem gerade aktuellem Versteck aus beliebige Mitglieder der Piraten belauscht, die just in dem Moment, als sie in Hörweite von Vasquez vorbeilaufen, ausgerechnet über wichtige Vorhaben der Piratenanführer sprechen. Und das, obwohl die aktuellen Handlungen dieser Plaudernden nichts direkt mit dem Erzähltem zu tun haben. Sehr seltsam. Aber der geneigte Leser (wie ich) will es dem Autor dann auch gerne mal abnehmen .

Posthume Veröffentlichung
Dies ist einer der Jules Verne Romane, die erst nach seinem Tode veröffentlicht wurden (1906). Darum kümmerte sich sein Sohn Michael Verne, der den literarischen Nachlass seines Vaters verwaltete. Es heißt, das Michael im Leuchtturm auch Eingriffe vornahm. Wir wissen aber nicht welche und wieviel davon berührt ist.

Fazit
Wie bei Jules Verne zu erwarten will er uns mit seinen Geschichten etwas Wissenswertes mitteilen. So habe ich bei diesem Buch den Verdacht, dass die ganze Piratengeschichte von ihm lediglich um die Wissensvermittlung von seefahrerischen Kenntnissen und auch um die Beschreibungen von geographischen und klimatischen Wissen gestrickt wurde. Doch das an sich ist ja nicht ehrenrührig und ich fand die Lektüre angenehm leicht und zudem interessant, obwohl mich diese geographische Ecke unserer Erde eigentlich nicht interessiert.

Die Staateninsel (Isla de los Estados)
Jules Verne läßt seine fiktive Handlung auf der tatsächlich existierenden argentinischen Isla de los Estados spielen. Die Elgorbucht habe ich auf dieser Insel nicht ausmachen können, doch die restlichen Beschreibungen der Insel und des Drumherums muss Verne aus wissenschaftlichen Quellen bezogen haben. Knappe, aber interessante Infos zur Insel habe ich hier gefunden: Isla de los Estados (Staateninsel).