10. August 2026

Vom Himmel in die Traufe

Arto Paasilinna (1942-2018)

Finnischer Holzfäller und steinreiche Frau

Der Ehrlich­keit halber will ich es gleich zu Anfang gestehen: als wir be­gan­nen, das Buch ge­mein­sam zu lesen, sagte ich zu Claudia: “OK, wir lesen das jetzt bis zu Ende, aber eine Rezen­sion werde ich dazu nicht schreiben. Ich finde es einfach nicht gut genug.”.

Et voilà: hier ist die Rezension! – Nach weiteren ca. 100 Seiten habe ich mir meine Aussage von oben selbst widerlegt: das Buch ist doch gut!

Es hatte nur ein wenig Pech, dass es in unserer Lesereihe nach Das einfache Leben von Ernst Wiechert dran war, welches von seinem Inhalt und seinem Schreibstil fast untopbar ist. Ja, Vom Himmel in die Traufe ist sehr einfach geschrieben, doch vielleicht ist gerade dass der Grund für seinen großen Verkaufserfolg? – Denn einfach schreiben ist ja auch nicht unbedingt easy.

Was mir am Ende gut gefiel

Der Autor schreibt meines Erachtens nicht nur einfach ein Buch, damit die Typen der Schreibmaschine in Bewegung geraten, sondern er will damit auch etwas aufzeigen. Das Buch stammt aus dem Jahre 1997, doch es kam mir vor, als hätte er es gerade für heute in unsere aktuell so kriegsschwangere Luft hineingeschrieben.

Es geht so nebenher um die Idee der Anzettelung eines Krieges (natürlich sind die Kriegstreiber im Recht und im Sinne einer guten Sache unterwegs), wo sich im Laufe des Romans weitere Personen einen (finanziellen) Profit davon erwarten und aus diesem Grund das Ganze unterstützen. Die erarbeiteten Kriegspläne enthalten u.a. Infos über die Anzahl der Toten und Verwundeten, jedoch erstmal nur auf dem Papier. – Wie man sie versorgt (die Verwundeten) und entsorgt (die Toten). Dass all diese Grausamkeit an (unbekannten) Menschen für niemanden der Protagonisten ein Thema zu sein scheint, kommt mir im Deutschland des Jahres 2026 nur allzu vertraut vor.

Fazit

Das Buch ist erschütternd.

Arto Paasalinna versteht es, die Grausigkeit der Kriegsplanung in ein humorvolles Umfeld mit Themen wie Verlobung und Trauung einzubetten, so dass der unbedarfte Leser vielleicht auch seine Freude an diesem Buch hat (in dem Sinne, wie es der Umschlagtext auch verheißt).

Der weniger blauäugige Leser wird nach Lektüre vielleicht sagen: “Puh, das war noch mal knapp – aber wie geht es weiter?”