09. Januar 2026

Drei Mann in einem Boot

Roman von Jerome K. Jerome (1959 – 1927)

Humorvoller Roman um eine Bootsreise

“Nein”, sagte Harris, “wenn ihr Veränderung und Ruhe nötig habt, so gibt es nichts Besseres, als eine kleine See­reise zu unter­nehmen.“

Dieser Satz an einem Tisch vor drei Freunden aus­ge­sprochen begründet die dann folgenden ca. 300 humor­vollen Seiten einer Boots­reise auf der Themse.

Der Autor benutzte als Hauptprotagonisten für diese in einen Roman gegossene Bootsreise sich selbst (Jerome) und zwei seiner tatsächlichen Freunde, Georg und Harris. Obwohl die Originalreise tatsächlich im Jahre 1888 mit seiner Frau stattfand und derer beider Hochzeitsreise war.

Von Packlisten, Packerei und Wettervorhersagen

Jerome greift sich immer wieder einzelne Begebenheiten oder sogar “hätte–so–passieren–können”-Begebenheiten oder “habe–ich–mal–gehört”-Begebenheiten heraus und wälzt sie dann genüsslich auch mal über mehrere Buchseiten aus. Man kann sich das so vorstellen, als säße er an bei einer Familienfeier mit den Gästen um einen Tisch herum und unterhält sie mit seiner humorvollen Erzählkunst. Freilich, nachdem einer der Gäste zuvor angeregt hatte (einer meiner Onkels tat dies immer auf unseren Familienfeiern): «Erzähl uns doch mal einen Schwank aus Deiner Jugend. – Kann auch gelogen sein …» .

Themen für derartige Geschichten sind beispielsweise die Besprechnung der Packlisten für die zweiwöchige Bootsreise der drei künftigen Urlaubs-Bootsreisenden (12 Seiten – und da sind die Lebensmittel noch gar nicht dabei!), das Packen selbst (8 Seiten) oder ganz einfach das Wetter und dessen (fragwürdige) Voraussagen (6 Seiten).

Bei der Packlistenbesprechung sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass diese auch deshalb so lang wurde, weil der Erzähler (Jerome) zwischendurch zum Aufhängen eines Bildes durch seinen Onkel Podger abschweifte, was alleine schon 5 Seiten in Anspruch nahm. Dies geschieht – wohlgemerkt – immer in seiner wohl typisch englisch humorvollen Art.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse beim Packen von Urlaubskoffern wurde in dem Buch herausgearbeitet und ich möchte diese Stelle wegen ihrer praktischen Nützlichkeit (auch noch in unseren Zeiten) gerne hier zitieren:

Georg meinte: “Wir sind auf dem Holzwege! Wir müssen nicht an alles denken, was wir brauchen könnten, sondern an das, was wir durchaus nicht entbehren können.”
Witzig: Zitate über das Arbeiten

Der Autor macht sich gerne über das Arbeiten lustig, was ich ebenfalls sehr witzig finde. Folgender, von mir schon seit Jahren immer wieder gern genutzter Ausspruch stammt offenbar aus diesem Buch:

Ich liebe Arbeit, sie fasziniert mich. Ich könnte stundenlang zuschauen.
Und weitere “geistreiche Weisheiten” über Arbeit :
Ich kann nicht still sitzen und zusehen, wie ein anderer Mann schuftet und arbeitet. Ich möchte aufstehen und die Aufsicht übernehmen, mit den Händen in den Taschen herumlaufen und ihm sagen, was er zu tun hat. Das liegt in meiner energischen Natur. Ich kann mir nicht helfen.
… Symptome, das hauptsächlichste darunter war “eine allgemeine Abneigung gegen irgendwelche Art von Tätigkeit”.
Was ich in dieser Hinsicht leide, kann keine Zunge aussprechen.
Fazit

Als ich das Buch in einem öffentlichen Bücherschrank fand, hatte ich den Namen des Autors Jerome K. Jerome noch nie gehört. Ich nahm es einfach deshalb mit, weil die Größe und äußere Aufmachung inklusive der Illustrationen einem Buch von Erich Kästner entsprach (Drei Männer im Schnee), welches wir kurz zuvor lasen und das uns beiden sehr gut gefallen hatte (das Kästner-Buch haben wir hier nicht rezensiert, weil es nichts mit «Küsten, Inseln und Meer» zu tun hat). Erst aus dem Internet erfuhr ich, dass der Autor (Jerome K. Jerome) sehr bekannt ist bzw. war und mit diesem Roman einen großen internationalen Erfolg landen konnte.

Es ist keine Reisebeschreibung, mehr eine Humoreske, die sich kurzweilig lesen läßt und durchaus auch einem gewissen intellektuellen Geist aufweist. Ich bin froh, dieses Buch gefunden und gelesen zu haben, kann mir auch vorstellen es (stellenweise) erneut zu lesen. Doch ein weiteres Buch in genau der gleichen Art benötige ich nicht. Ich habe das Gefühl, diese Themen sind in Drei Mann in einem Boot bereits erschöpfend behandelt.

Claudias Fazit
Claudia hat natürlich ihre eigene Meinung zu dem Buch
 

Claudia sagte im Laufe der Buchlektüre (ca. Seite 177/178):

«Eigentlich hat er ja ziemlich einen an der Klatsche!»
«… hier geht’s ständig vom Hölzchen zum Stölzchen»
Und dann irgendwann nur noch:
«Ich kann dazu keine Rezension schreiben. Der bechreibt ja eigentlich gar keine Reise. Hier geht’s ja um alles mögliche, aber recht wenig um eine Reise.»
Trotz allem oder gerade deshalb haben wir beide zwischendurch herzhaft gelacht. Doch Claudia wollte irgendwann nicht mehr (ungefähr Seite 220) und ich las das Buch dann alleine zu Ende. Claudias Abbruch zum Trotz fand ich massenhaft Textstellen, die ich mit Klebemarkern anmerkte, um sie nach Beendigung der Lektüre noch einmal durchzugehen, mir ggf. etwas dazu zu notieren etc.. Das habe ich mir so angewöhnt.