12. Oktober 2026

Gasthaus Jamaica

Roman von Daphne Du Maurier (1907-1989)

Schaurige Schmugglergeschichte aus der Hochmoorlandschaft des nordöstlichen Cornwall

Daphne Du Maurier – ihre Bücher las ich einst Ende der 1980er und war von ihnen be­gei­stert. Schließlich kaufte mir noch ihre Rebecca und Gasthaus Jamaica und stellte sie un­ge­lesen in den Büchers­chrank. Es kamen vorerst für mich die Jahr­zehnte, in denen ich aus­schließlich nur noch Fach­li­te­ra­tur las, Themen Wirt­schaft, In­forma­tik und Soft­ware­entwicklung.

Dass ich erst auf meinen Ruhestand warten muss, um diese ungelesenen Buchschätze aus meinem Bücherregal wieder nach vorne zu bringen, hätte ich vor diesen weit mehr als dreißig vergangenen Jahren nicht gedacht. Doch nun habe ich diese Romane endlich wieder ausgegraben und gelangen in unsere Vorlesestunde.

Zur Handlung

Der Roman spielt im Schmuggler-, Piraterie und Strandräubermilieu der 1820er Jahre. Er ist aufgebaut wie ein Krimi, in dem, um was es geht, sich erst allmählich erklärt und deren Haupttäter danach erst kriminalistisch ermittelt werden muss (was den aufmerksamen Leser allerdings nicht auf eine unlösbare Aufgabe stellt).

Daphne Du Maurier beschreibt dabei nebenbei treffend die wilde Schönheit einer Landschaft, die sie selbst bewohnte und liebte. Es ist das öde Moorland von Cornwall im Süden Englands.

Meine Eindrücke zum Roman

Die Geschichte wird in einfachen Sätzen geschrieben, was kein Nachteil ist. Doch fast unmittelbar nach der Lektüre der Bücher Reis aus Silberschalen oder Das einfache Leben spüren wir als Leser das genau (vielleicht liegt es an der Übersetzung von Siegfried Lang?).

Das Gasthaus Jamaica mitsamt des umgebenen Moorlandes erzeugen in mir ein etwas düsteres, beklemmendes Umfeld, das sich durch den Roman zieht. Doch vielleicht ist dies der Grund, warum Alfred Hitchcock diesen Roman (stark abgewandelt allerdings) im Streifen «Die Taverne von Jameika» bzw. «Riff-Piraten» im Jahre 1939 verfilmte.

Manche Charaktereigenschaften der Protagonistin Mary Yellan scheinen mir etwas an den Haaren herbeigezogen. Ich kann mir zum Beispiel das plötzliche Selbstbewußtsein kaum vorstellen, dass die 23-jährige Mary, die bisher nie aus ihrem Geburtsort Helford herauskam, nach ihrem Umzug ins Moorland gegenüber ihrem dominanten Onkel Joss Merlyn entwickelt.

Eine kleine Freude geht oft durch meine Brust, wenn ich bei älteren Buchausgaben (hier Mitte/Ende der 1980er) etwas wie folgendes lese:

“Ich werde alle diese Spinnweben aus dem Ort wegfegen, und ist erst reinegemacht, dann wird in seinen Wänden kein Wilddieb noch Zigeuner sein Gesicht zeigen.”
Zigeuner …

Fazit

Zweifellos versteht die Autorin es, Spannung aufzubauen, indem sie Schicksale miteinander verknüpft. Sucht man also Spannung – gepaart mit ein wenig Düsternis – dann ist man beim “Jamaica Inn” richtig.

Claudias Fazit
Claudia hat natürlich ihre eigene Meinung zu dem Buch
 

Diesmal ein ganz anderes Buch, ein Krimi oder Thriller eben. Es spielt in der Zeit um 1820, was eher nicht so meine mich interessierende Epoche ist …

In der Handlung geht es um die junge 23-jährige Mary Yellan, die ihrer sterbenden Mutter versprochen hatte, nach deren Ableben zu ihrer Tante nach Cornwall zu ziehen. Nach dem Tod ihrer Mutter packte sie also ihre Sachen und fuhr mit der Postkutsche zum Gasthaus Jamaica, welches von ihrem Onkel betrieben wird. Die Moorlandschaft um das Gasthaus ist grau und düster, doch als noch schlimmer stellte sich die Ankunft bei ihrer Tante und dem Onkel heraus. Der war groß und häßlich und vom Charakter böse und unberechenbar. Damit beginnt für Mary eine Zeit des Grauens mit vielen Geheimnissen, hinter die sie besser nie gekommen wäre.

Mein Fazit: Das Buch ist spannend geschrieben, aber an sich keine Geschichte oder Zeit, die ich hätte erleben wollen.

Aber ich habe ja den besten Vorleser, und deshalb habe ich es genossen ihm zuzuhören und seiner Stimme zu lauschen 🙂 .