14. September 2026

Sommertage

Geschichten ausgewählt und herausgegeben von Ilse Walter

44 spannende Geschichten von Liebe, Lachen und Leben

Das große; Ferien­lese­buch – genau das taten die Ge­schich­ten zwischen diesen beiden Buch­deckeln für uns .

 

Die meisten dieser zum großen Teil schönen und vor allem witzigen Geschichten sind zudem recht kurz (5-10 Seiten lang), ist also zwischendurch in der Hängematte mal eben schnell fertigzulesen.

Meine persönlichen drei Lieblingsgeschichten

Wir fanden manche skurille Idee in den (Sommer-)Geschichten, doch einge stachen in Bezug auf Lustigkeit noch besonders heraus und mein Zwerchfell wurde dabei ganz besonders trainiert . Deshalb will ich sie exemplarisch bzw. stichprobenartig hier herausheben:

In den Ferien (Ludwig Thoma, 1867 – 1921)

Thoma legt seine Geschichte über einen Schuljungen in der Ich-Form so an, als hätte der Junge sie in Form eines (Schul-)Aufsatzes niedergeschrieben. Dabei habe ich mich allein schon durch die “unschuldige” bei der Art der Beschreibung seiner “Streiche” beim Lesen beinahe weggeschmissen. Köstlich!

Liebe (Utta Danella, 1920 – 2015)

‘Nie lese ich je etwas von Utta Danella’ hatte ich einmal gedacht. Nun, hier handelt es sich ja nicht um einen Roman, nur eine 13-seitige Erzählung, außerdem Sommergeschichte, da bin ich mal gnädig und tu’s doch, entschuldigte ich mich bei mir selbst. Und dann konnte ich beim Vorlesen mein Lachen einfach nicht mehr zurückhalten, es ist für mich ganz sicher mit Abstand eine der besten Geschichten im ganzen Buch. Es gibt da beispielsweise an einer Stelle auch eine so feine Unterscheidung von Intelligenz, die wahrscheinlich nur im Zusammenhang des Gesamttextes richtig gewürdigt werden kann. Doch ich möchte diese Textstelle über die Beschreibung eines bestimmten Ehemannes dennoch hier anführen: «… nicht dumm, wenn man den Intellekt meint …» So viel zu “Trivialliteratur” .

Die Killer (Ernest Hemingway, 1899 – 1961)

Hemingway muss man verstehen (wollen). Er schreibt seine Texte so kurz und knapp, dass jegliche Interpretation komplett beim Leser verbleibt. Über seinen Schreibstil wird gesagt, man könnte kein Wort mehr aus seinen Geschichten streichen, ohne dass der Text unverständlich würde.

Die Killer folgt ebenfalls dieser Feder. Die Geschichte wirkt im ersten Lesegang bedrohlich, beängstigend, brutal. Und das soll sie wohl auch. Doch dahinter verbergen sich charakterliche, menschliche Verhaltensweisen, die man, man mag es bedauern oder auch nicht, in jeder anderen Gegend der Welt auch finden wird, sicher auch im eigenen Umfeld. Darüber, so glaube ich, schreibt E. Hemingway in Wirklichkeit.

Ob diese Geschichte den Erwartungen an ein ”Sommertage“-Kurzgeschichten-Buch entspricht, sei dahingestellt (im Buch sind übrigens noch weitere eher ernste Geschichten dabei). Das Internet verrät zumindest, dass Die Killer zu Hemingways besten Kurzgeschichten gezählt wird. Claudia wiederum kann mit Hemingway nicht so viel anfangen (wie übrigens mit Jack London auch nicht, es sei mehr “Jungens-Literatur”). Mir gefiel die Killer-Kurzgeschichte jedenfalls sehr gut.

Fazit

Einfach lesen! Und wenn beim Leser nicht jede der 44 Geschichten 100%ig ins Schwarze trifft: die meisten anderen tun es. Ganz bestimmt!