10. Mai 2026

Mai 2026, Nr. 2

Bali. Die Tropen. Ein Traum? Ein Märchen?

Jedesmal, wenn wir in den Tropen sind (es passiert nicht zu häufig), dann frage ich mich ange­sichts des üppigen Pflanzen­wuchses und mit den fremd­artigen, exotischen Vorgel­rufen aus dem Urwalde: ist es ein Traum? – Ist es ein Märchen? Oder ist es ein “Traummärchen”?

In der Tropen­schwüle rinnt mir der Schweiß den Rücken hinunter und an Armen und Beinen entlang, doch ich bin selig. Vielleicht liegt diese Seligkeit aber auch einfach nur am Grund für die Auswahl dieses Urlaubsziels: vor 25 Jahren führte unsere Hochseitsreise Claudia und mich genau hierher. Kürzlich feierten wir Silberhochseit und wollten noch einmal an den Ort unserer Flitterwochen zurück. Voilà – hier sind wir!

Damals trafen wir in unserem Hotel auf Bali ein älteres australisches Paar (etwa Mitte siebzig), mit denen wir uns gelegentlich austauschten. Die beiden heirateten ein halbes Menschenleben zuvor in Australien und gingen direkt nach der Hochzeit von dort zu einer neuen Anstellung nach Hongkong. Auf der Reise dorthin verbrachten sie ein paar Tage oder Wochen auf Bali, es war quasi deren Hochszeitsreise. Vierzig Jahre später – die beiden verbrachten letztlich ihr gesamtes Arbeitsleben in Hongkong – gingen sie frisch pensioniert zurück in ihre alte Heimat nach Australien. Und auf dem Weg dorthin machten sie wiederum einen zwei Wochen Stopover-Aufenthalt auf Bali, in ihren alten Honeymoon-Erinnerungen kramend …

Claudia in Bali – 2001 und heute
Als die beiden schließlich abreisten und der alte Mann die paar Schritte die Hoteltreppe hinunter seiner Frau zum Taxi nachfolgte, raunte er mir mit seinem honorigen Bass zum Abschied zu: «Wish you a good love». Dann bewegte er sich gemessenen Schrittes zum Taxi und blickte nicht mehr zurück. Nun, sein Wunsch ging für uns bis hierhin in Erfüllung .

Möbelgeschäft: Ich hatte da mal so eine Idee …
Bambusbett, schwebend Bali 2001 – dies sollte unterm Strich zusammen­ge­rechnet damals unserer teuerster Urlaub werden. Denn in mir keimte noch unter der Tropen­sonne eine Idee, als ich mitbekam, welch schöne Bambus­möbel auf dieser Insel gefertigt werden (ein Bambus­bett stand sowieso bereits auf meiner Wunsch­liste, ich wollte zuvor nur noch unser Haus drumrum gebaut haben). Zudem war ich restlos begeistert vom Land, der Natur und ganz besonders vom steten Lächeln der Einwohner dieser “Bambusregion”.

Diese tollen Möbel und Accessoires mussten also unbedingt auch in die Wohnzimmer unser deutschen Mitmenschen gelangen, freute ich mich und schon keimte ein Plan für ein Möbelgeschäft in Deutschland in meinem Kopf.

Also bestellten wir in einer Bambusmöbelfabrik bei Ubud einige Möbel, die später in einer großen urigen Seekiste aus Tropenholz vor unser Häuschen angeliefert werden sollten. Damit hatte ich die ersten Ausstellungsstücke für unseren Laden in Altenstadt vor Ort (den hatte ich schnell angemietet, ca. 250qm Ladenfläche). – Dachte ich jedenfalls.

Leider entsprach die sichtbare Qualität dieser einige Wochen später eingetroffenen Bambusmöbel nicht dem, was wir damals in der Ausstellung der Fabrik in Ubud vorfanden. Zudem rochen, nein stanken, die Sachen alle nach Diesel, es war schlimmer als an einer Tankstelle. Ich dachte hui – wer in solch einem Bambusbett einschläft, wacht möglicherweise am Morgen nie wieder auf …

Claudia und Thomas, Eröffnung Möbelgeschäft «Bambusflair», 2001 und die erste Kundin 🙂
Den Laden eröffneten wir dennoch, Claudia als Ver­käuferin. Die Waren bezogen wir von Möbel­herstellern bzw. Importeuren, die in Deutschland ansäs­sig waren. Ich stand nur am Wochen­ende im Laden, da ich mit meiner Software­entwicklungs­tätigkeit erst noch die Ein­richtung des Ladens finanzieren musste, obendrein unser privates Häuschen und seine Außen­anlage noch nicht fertig­gestellt war und alles zusammen also noch viel Geld bedurfte.

Claudia hatte für unseren Möbel­traum ihren sicheren Job in der Verwaltung eines Krankenhauses auf­gegeben und war guter Dinge. Ihr Thomas würde schon wissen, was er tat. – Nun ja, nochmal würde sie mir in solch einer Sache doch nicht mehr so folgen, verriet sie mir in den Jahren nach unserem “Möbelabenteuer”. Claudia, bitte vergib mir: .

Ein Jahr später schlossen wir das Geschäft wieder (allein die hohe Miete, Stromkosten für Schaufensterbeleuchtung etc. begannen, uns “das Genick zu brechen”). Wir waren jetzt um einige Erfahrungen reicher und um viele, viele Euros ärmer.

Doch die Rattan- und Bambusmöbel, die wir anboten und verkauften waren ein Traum, die Teeecke in unserem Laden wurde von der Kundschaft recht gut angenommen. Doch trotz der Korbwaren, Handtücher, Badewäsche, Teppiche und Wohnaccessoires, die wir ebenfalls in unser Verkaufsprogramm aufnahmen, reichte es am Ende leider nicht.

Und nun …
… sind wir beide im Ruhestand und werden unsere Tropenträume sicher nicht noch einmal zu einem exotischem Wirtschaftsabenteuer ausweiten. Wir lieben Bali immer noch, ja auch ganz Südostasien, die Menschen, deren Lächeln und wer uns kennt weiß: wir lächeln selbst viel zu gerne in alte, junge, bekannte und fremde Gesichter .

Deswegen werden wir hier in unseren News in den nächsten paar Ausgaben von unserer einmonatigen Balireise im April/Mai ‘26 berichten. Wir freuen uns, wenn ihr dabei bleibt.

Bleibt in der Liebe, haltet zueinander und pflegt eure Kontakte!
Und: passt gut auf euch auf!
Eure Thomas und Claudia

 

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