September 2021. Nr. 1

Weiterhin zu Hause – und es ist sooo schön!
oder: Zu wissen, was einem wichtig ist

OK, hollywoodreife Streifen entstehen hier und jetzt nicht. Doch knallharte Action oder herz­zer­reißende Lebens­ge­schichten sind ja gar nicht immer und zu jeder Zeit notwendig. Denn im Grunde wollen wir ja oft einfach nur angenehm ausge­füllte Tage erleben.

Es ist schön zu reisen, Dinge zu unternehmen, Veranstaltungen zu besuchen und ähnlich angenehmene Zerstreuungen zu nutzen. Doch angewiesen sind wir darauf nicht. Das macht uns in einem gewissen Grade unabhängig.

Igel am Futternapf
Erwischt! Igor, unser Gartenigel (wohnhaft nahe dem Zaun unter einem Wust von Efeu), futtert ganz gemütlich unserer Tiffy (Hauskatze) das Futter weg 🙂
Diese Freiheit haben wir uns die letzten Monate und Jahre geschaffen, das entsteht nicht an einem Tage. Dazu gehören selbstverständlich auch eine intakte Partner-Beziehung, Familie und Freunde, mit denen man über (fast) alles reden kann. So nach und nach haben wir uns in dieses nun ruhige, angenehme Fahrwasser manövriert.

Entscheidend ist, zuerst zu erkennen, was zählt: zu wissen, was einem wirklich wichtig ist. Und dann danach zu handeln, darauf hinzuzuarbeiten.

Und so fühlen wir uns in unserem Haus und im Garten manchmal wie auf einer Insel. Unsere Insel der Glückseligen.

Auf den Spazierwegen durch unser Dorf kommen wir auch immer mal wieder an unserer Grundschule vorüber, die Janusz Korczak Schule.

Janusz Korczak war ein polnischer Kinderarzt sowie Kinderbuchautor und bedeutender Pädagoge. Mir im Gedächtnis geblieben ist das von ihm bereits 1918 für Kinder formulierte Grundrecht: das Recht des Kindes auf den eigenen Tod.

Es ist ein bewusst provozierendes Recht und wendet sich gegen eine allzu beschützende Haltung gegenüber dem Kind: «Aus Furcht, der Tod könne uns das Kind entreissen, entreissen wir das Kind dem Leben.» Korczak warnt vor übertriebener Fürsorge der Eltern und fordert, dass das Kind selbst lernen müsse, mit Schwierigkeiten und Gefahren fertig zu werden.

Dieses Kindergrundrecht klingt schon sehr hart. Doch bei genauerem Nachdenken kann wohl jeder verstehen, warum und wie sich diese dem Kinde gewährte Freiheit positiv auf seine körperliche und geistige Entwicklung auswirken kann.

Ein Kind darf zum Beispiel auf einen Baum klettern, auch wenn es von diesem hinabstürzen könnte. Denn was wäre, wenn ein Kind nie übt, sich zu bewegen, seine Motorik zu entwickeln und durch diese Erfahrungen gleichzeitig lernt, Gefahren einzuschätzen?

Bin Offline: Neues Paradiesschild auf Holzbrett
Ein weiteres (neues) Paradiesschild: Bin Offline 🙂

Mini-Videoclip: Achso, ich bin ja offline!

Was uns derzeit genügt: ein paar Flip-Flips an den Füßen, ein T-Shirt und eine Hängematte.

Sich in der Sonne ausstrecken (oder zumindest: unter freiem Himmel)
– Zeit zum Nachdenken

Aquarell: Zwei befreundete Ara-Papageien

Bleibt weiter in der Liebe,
haltet zueinander und pflegt eure Kontakte!

Eure Thomas und Claudia