Silba und der Liebesturm

Cleo nähert sich einem neuen Ziel: der Insel Silba. Auf der Insel gibt es einen einzigen Ort: Silba. Dieser befindet sich etwa in der Mitte der Insel, welche an dieser Stelle wie mit einem engen Gürtel zugeschnürt ist und aus der Luft betrachtet wie eine Herrenfliege aussieht. Der Ort ist genau beim „Knoten“ und erstreckt sich damit von der Ostseite der Insel bis zur Westseite.

Der 600 Seelen Ort verfügt sogar über zwei Häfen, die beide freilich nicht sehr groß sind: den Ost- und den Westhafen. Obwohl der Osthafen als der bei Sportbootführern beliebtere beschrieben wird, entschließe ich mich, den Westhafen auszuprobieren. Doch schon bei der Anfahrt erkenne ich, dass es dort tatsächlich nicht gemütlich sein kann: nur eine Mole, unter der das Wasser ungehindert durchschwabbern kann, ein Industrieschiff liegt an der Pier und gerade fährt die Riesenfähre Jadrolinja an die andere Seite der Mole. Wir umrunden nun noch die Südseite von Silba und machen am wesentlich einladenderen Osthafen fest.

 

Der 'Liebesturm'

Der „Liebesturm“

Den Ort Silba entdecken wir bei einem gemütlichen Spaziergang durch das Dorf, der uns nach etwa zwanzig Minuten auf die Westseite führt. Hier sehen wir den verschmähten Industriehafen wieder, an dessen Ufer in einem Lokal eine Reihe junger Kroaten in ausgelassener Stimmung laut miteinander palavern und zwischendurch immer wieder die Refrains von verschiedenen kroatischen Liedern anstimmen. Auf dem Rückweg statten wir dem sechseckigen „Liebesturm“ einen Besuch ab. Ein reicher Kapitän ließ diesen Turm Ende des 18. Jh. für seine Geliebte bauen, damit diese auf die Ankunft ihres Kapitäns schauen kann. Der Turm hat eine äußere Treppe und der Aufstieg ist wohl nur für Schwindelfreie geeignet. Da ich zu diesen nicht gehöre, den erwarteten Ausblick jedoch auch genießen will und Claudia ja bereits oben auf der engen Plattform steht, nehme ich meinen Mut zusammen, halte meine Nase und Blick streng nach oben und erklimme nicht ohne ein mulmiges Gefühl diesen sehr schmächtigen Turm. Oben werde ich fürstlich für meine unsagbaren Leiden und den gar übermenschlichen Mut belohnt: Ein herrlicher Blick auf alle Seiten der Insel, auf die untergehende Sonne und dazu das Gefühl, ein Held zu sein …

Wir erfahren, dass zu der Zeit des reichen Kapitäns und seiner Geliebten die Einwohner Silbas wohlhabende Seefahrer waren, die Insel bis ca. 1910 ein Seefahrerzentrum war und 170 Schiffe besaß.

Für Skipper
 
An die Pier des Osthafens Silba sind wir vorwärts rangefahren, da dort die Mole eine schräge Steinschüttung hat und wir Ruderbruch vermeiden wollten. Bezahlt haben wir nichts, da sich weder abends noch morgens ein Hafenmeister zeigte. Wir sind jedoch auch schon gegen 08:00 Uhr am Morgen weitergezogen.
 

 

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