10. Juni 2026

Bali – Lovina Beach

Koloniale Vergangenheit,
Wasserfälle und Delfine

Lovina wurde erst spät von den Touristen entdeckt: 1970 erbaute der letzte Raja von Buleleng das erste Hotel am sieben Kilometer langen Strand von Lovina, der sich über mehrere Ortschaften erstreckt: von Pemaron über Kalibukbuk bis Temukus.

Wir nutzen unsere schöne Unterkunft, das Kayu Manis Villas, im Wesentlichen als Ausgangspunkt für weitere Erkundungen in der näheren Umgebung. So wie wir es ja meist tun.

Es gibt hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten, also von interessanten und sehenswerten Ausflugszielen. Wir wählen aus diesen Optionen die ehemalige Kolonial- und Hauptstadt Balis Singaraja, den Wasserfall Aling-Aling, das buddhistische Tempelkloster Brahma Vihara Arama und als Relax-Ziel die Banjar Hot Springs.

Lovina-Beach
Lovina ist ein gar nicht zu ruhiger Küstenort, wie wir finden (im Gegensatz zu vielen anderen Infos in Reiseführern), an der Nordküste Balis, etwa nördlich vom Bratan-See. Die Hauptstraße, die parallel zur Küste durch den Ort verläuft, ist laut und verstopft.

Doch der Strandort Lovina ist berühmt für die Hundertschaften von Großen Tümmlern, die direkt vor seiner Küste leben. Die meisten Besucher kommen deshalb hierher und wollen diese Delfine sehen.

Denn auf einer morgendlichen Bootsfahrt wird man mit ziemlicher Sicherheit dutzende Delfine sehen, wir haben mit Leuten darüber gesprochen, die es erlebt haben. Wir selbst haben uns das morgendliche Frühaufstehen geschenkt, da wir Delfine auch schon mehrfach anderswo nahe gekommen waren. Hier kann man allerdings mit Schnorchel neben dem Boot ins Wasser gehen und quasi neben den Delfinen her schwimmen. Das wäre noch eine schöne Sache gewesen, doch wir zwei haben sie eben nicht genutzt.

Und wenn wir schon vom Schnorcheln sprechen: direkt vor der Küste von Lovina Beach liegt ein Gebiet mit kleinen Korallen, das sich hervorragend zum Schnorcheln eignet. Haben wir jedoch ebenfalls nicht gemacht …

Was gibt es noch in Lovina? – – Krisna Funtasticland ist ein großer Jahrmarkt in Lovina, der eine tolle Abendaktivität mit Kindern ist. Der Park ist täglich von 16 bis 22 Uhr geöffnet und bietet einige Fahrgeschäfte und Attraktionen für Familien, darunter ein Karussell, Autoscooter, Mini-Achterbahnen und ein Riesenrad, das den Park überragt (und das so robust-massiv wirkt, als stamme es noch aus alter sowjetischer Produktion ). Besonders interessant: man kann dort ein stillgelegtes Flugzeug in Originalgröße erkunden!

In unserer Lovina-Unterkunft Kayu Manis Villa
Lovina Beach

 

Singaraya – die alte koloniale Hauptstadt Balis
Singaraja liegt fünf Kilometer östlich von Lovina und ist Balis zweitgrößte Stadt. Doch als Besuchsort wird es von Touristen weitgehend ausgelassen.

Auch wir werden uns nicht alle Gassen und Plätze der Stadt ansehen, sondern lediglich den Markt und den alten kolonialen Hafen besuchen (bzw. das, was davon noch übrig ist).

Zur Geschichte

Der Name Singaraja bedeutet “Löwenkönig”. Unter der Herrschaft der alten Feudalherren wurden balinesische Sklaven nach Java exportiert und als Zahlung dafür Gold und Opium nach Java eingeführt. Der Handel blühte zu dieser Zeit und machte aus Singaraja eine reiche Residenzstadt.

Bali liegt an den Gewürzrouten des Indischen Ozeans und diese hatten arabische Seefahrer schon lange vor den Erkundungsfahrten Vasco da Gamas im Griff. Die alteingesessene muslimische Gemeinde von Singaraja blickt unter anderem auf arabische, indische und javanische Vorfahren bis ins 15. Jahrhundert zurück. Während der niederländischen Kolonialzeit wurde die Anwesenheit der Muslime gestärkt, als Singaraja zur Hauptstadt von Niederländisch-Ostindien (Nusa Tenggara) erhoben wurde.

Durch den Einfluss der Holländer ab 1849 verlor das strenge Kastensystem und die mit den Hindugöttern im Bunde stehenden Rajas an Macht. Die örtlichen Herrscher waren gegenüber den Holländern weisungsgebunden.

Der Alte Hafen war zu dieser Kolonialzeit Hauptumschlagsplatz ganz Ostindonesiens und zudem für Ausländer bis 1940 das Tor zu Bali.

Im Gefolge der Holländer kamen chinesische Arbeiter und Händler nach Singaraja, die mit Fleiß und Geschäftssinn den Aufstieg zur Wirtschaftselite der Stadt schafften. Damals entstand neben der Buleleng-Brücke der chinesische Tempel. Er ist dem chinesischen Tridharma (den drei Lehren) des Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus gewidmet.

Zum Markt, dem Pasar Anyar Singaraja, gibt es hier nicht viel zu erzählen. Nur, dass er von seiner Größe recht ansehnlich ist, dass die meisten Stände überdacht sind und solch ein exotischer Markt für uns immer einen Besuch wert ist.

Zu Fuß laufen wir dann die Jl. Imam Bonjol hinunter zum alten kolonialen Hafen. Das Gelände des alten Hafens, des Bekas Pelabuhan, bietet eine interessante Kulisse. Der Hafenbetrieb selbst wurde allerdings schon vor einigen Jahren in ein Dorf westlich von Singaraja verlegt. Heute erinnert das Unabhängigkeitsdenkmal Yudha Mandala Tama, das am Hafenzugang aufgestellt wurde, an die Befreiung Indonesiens von der niederländischen Besatzung. Weitere (Lager-)Häuser aus dieser Zeit konnten wir aber nicht mehr finden, zumindest nicht als solche erkennen (vielleicht das Museum Soenda Ketjil?).

Auf dem Markt Pasar Anyar Singaraja
Kleine Suppenküche auf der Jl. Imam Bonjol Unabhänigkeitsmonument im alten Hafen

Aling Aling und weitere Wasserfälle
Auf Bali befinden sich einige der beeindruckendsten Wasserfälle, die wir in unseren vielen Reisejahren gesehen haben. Wasserfallfans werden hier verwöhnt. Speziell in Aling-Aling im «Geheimen Garten von Sambangan» treffen wir auf nicht weniger als vier Wasserfälle, jeder mit seiner eigenen Schönheit – und Funktion. Denn von einigen dieser kann man hinunterspringen oder -rutschen und im Becken davor schwimmen, was jedoch nur mit einem Führer erlaubt ist. Den Führer bekommt man am Eingang zu den Wasserfällen gestellt, wenn man will. Es kostet nicht zu viel.

Unter den Einheimischen glaubt man, dass Aling Aling über heilige Heilkräfte verfügt. Touristen kennen es jedoch eher als Ort zum Rutschen und Klippenspringen.

Der «Geheime Garten von Sambangan» ist der Wanderweg, der an den vier Wasserfällen vorbeiführt, wovon der größte und beeindruckendste der Aling Aling ist. Die anderen drei Wasserfälle bieten hingegen die Möglichkeit, eine riesige natürliche Wasserrutsche und mehrere Klippensprünge von bis zu 15 Metern Höhe zu erleben. Wir selbst sind nicht gesprungen, haben aber den mehr Mutigen dabei zugesehen, wie sie sich der Herausforderung stellten.

Die Wanderung zum Aling-Aling-Wasserfall führt an vier weiteren Wasserfällen vorbei

Buddhistischer Tempel «Brahma Vihara Arama»
Nur ein kurzes Stück von Lovina entfernt in der Nachbarstadt Banjar, finden wir Balis größten buddhistischen Tempel und Kloster Brahma Vihara Arama. Obwohl weniger als ein Prozent der Bevölkerung Balis Buddhisten sind, ist der Tempelkomplex sehr beeindruckend. Es bietet uns ein Gefühl der Ruhe und Stille, im Gegensatz zu vielen anderen geschäftigeren Tempeln auf Bali.

Beim Betreten werden wir sofort von einer hohen stehenden Buddha-Statue mitten in einem Lotusteich begrüßt. Rund um den Komplex gibt es mehrere einzigartige Bauwerke, darunter eine kreisförmige dreistufige Pagode und eine große glockenförmige Pagode. Obwohl es sich um einen buddhistischen Tempel handelt, ist auch der Einfluss des balinesischen Hinduismus erkennbar. Nicht zuletzt von den großen Toren im balinesischen Stil oben auf der Treppe.

Durch diese Tore befindet sich eine kleine Nachbildung von Borobudur, einem buddhistischen Tempel auf der Nachbarinsel Java, der vermutlich der größte buddhistische Tempel der Welt ist. Der Tempel wurde von unserem Fahrer Mario sogar “Mini Borobudur” genannt.

Start Diashow Brahma Vihara Arama.

Claudia vor dem “Mini-Borobudur” Die zahmen Tauben des Klosters belagern mich
Weiße Buddhas überblicken die gesamte Anlage Drachen flankieren die lange Treppe

Die heißen Quellen von Banjar
Die heißen Quellen von Banjar und das Kloster Brahma Vihara Arama liegen sehr nahe beieinander im Bezirk Banjar. Daher besuchen wir die Quellen gleich amschließend.

Air Panas Banjar (auch bekannt als Banjar Hot Springs) ist ein öffentliches Bad, das zunächst von den Japanern erbaut, später aber in eine Touristenattraktion umgewandelt wurde. Es gibt zwei Hauptbecken, die jeweils von Brunnen in Form von Nagas gesäumt sind, einem mythischen Drachen aus der hinduistischen Mythologie, der Quellen, Brunnen und Flüsse schützt. Das Quellwasser ist warm, aber bei heißem Wetter immer noch angenehm und eignet sich hervorragend zum Entspannen für etwa eine Stunde. Es wurde vermutet, dass die Mineralien aus dem Schwefel bei zahlreichen Haut- und Gesundheitszuständen helfen.

Bei den heißen Quellen von Banjar

Bleibt in der Liebe, haltet zueinander und pflegt eure Kontakte!
Und: passt gut auf euch auf!
Eure Thomas und Claudia

 

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