02. Juni 2026

Bali – Munduk

Natur, Reisfelder und auch Hochtourismus

Unser fast schon persönlicher Fahrer der letzten Tage, Ebin, fährt nicht in den nördlichen Teil Balis, wohin uns unsere Neugier jetzt zieht. Und so lernen wir Mario kennen.

Ja, ihr habt richtig gelesen, M A R I O. Er gibt selbst zu, dass es nicht sein richtiger Name sei, sondern sein “Nickname”, ein Spitzname also. Er liebe Italien, er liebe Fussball, er liebe den italienischen Fußball und so liebe er auch den italienischen Fussballspieler Mario Balotelli, dessen Vornamen er nun auch trage. Seinen richtigen indonesischen Namen verriet er uns nicht .

Mario wohnt in oder bei Munduk, genau in der gleichen Straße, wo wir hinwollen. Wir “kamen zu ihm”, als wir (via WhatsApp) in dem Homestay nach einem Transfer Ubud–Munduk anfragten. In dieses Homestay hatten wir uns gerade ein paar Minuten zuvor via Internet eingemietet. Alle Kommunikation, auch mit Mario, ging von da ab via WhatsApp. So läuft das eben in Bali im Jahre 2026.

Kaffeeplantage
Unser neuer Fahrer Mario holt uns also in unserem Hotel in Ubud ab und soll uns zum Yoga Homestay nach Munduk fahren. Unterwegs wollen wir den Wassertempel Ulun Danu Bratan am Bratan-See besuchen, an den wir uns von unserem Besuch vor 25 Jahren noch gut erinnern konnten.

Das kühlere Klima im Hochland und in der Region Munduk bietet ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau. So ist es kein großes Wunder, als uns Mario unterwegs fragt, ob wir vielleicht auch eine Kaffeeplantage besuchen wollten, was uns freute und wir dem also zustimmten. So hielt er dann am Hidden Garden an der Straße von Ubud nach Bedugul, wo uns eine knapp gehaltene Führung erwartete und wir anschließend recht zackig zu den Probier- und Verkaufsräumlichkeiten geführt wurden. Naja, viel mehr will ich das nicht kommentieren, schaut euch einfach unsere paar Bilder dazu an:

Kaffe/Kakao/Test + sehr teure Produkte (müssen aber nicht gekauft werden, womit die Führung und das Probieren kostenlos wären)

Bratan See und Pura Ulun Danu Bratan
Oh je, hier haben wir nicht schlecht gestaunt, was 25 Jahre alles verändern können. Der schöne Pagodentempel (Pura Ulun Danu Bratan) auf dem Wasser ist noch da, doch das Gelände vor ihm, wo ja auch noch Tempelgebiet ist, wurde vergrößert und/oder gerodet und eine Reihe Spots zum Fotografieren für die Touristen drauf gebaut. Dazu gehören selbstverständlich auch obligatorischen Cafés und Restaurants bzw. Bistros. Das ist nicht alles wirklich schlecht, nein. Immerhin ermöglicht es der Anlage, die vielen Touristen, die diesen Tempel und die gesamte Anlage eben besuchen wollen, irgendwie “unterzubringen”; sie verteilen sich also auf dem Gelände und haben Spaß. Besonders für die Kinder kann es hier interessant sein.

Doch mit dem beschaulichen Tempel von damals hat es eben nicht mehr viel zu tun, zumindest wenn man nur nach dem äußeren Schein geht. Man bemerkt es bereits bei der Ankunft: der oberhalb gelegene Parkplatz ist ja schon so riesig, besonders der Platz für die großen Reisebusse.

Doch zur Tempelanlage selbst: Nicht umsonst zählt der eindrucksvolle Tempel zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten auf Bali. Am Bratan-See (ein ehemaliger Vulkankrater): die Tempelanlage wurde Dewi Danu, der Wasser- und Fruchtbarkeitsgöttin, gewidmet. Die Tempelanlage umfasst einen großzügig angelegten Garten, in dem Nadel- und Laubbäume, Palmen, Blumenbeete, Rasenflächen und natürlich unterschiedliche Tempelbauten und Schreine zu finden sind. Jede der Pagoden hat ihrem eigenen Stil und Zweck.

Die Architektur von Ulun Danu Bratan ist eine faszinierende Verschmelzung hinduistischer und buddhistischer Elemente und zeugt vom harmonischen Zusammenleben dieser beiden Religionen auf Bali.

Die Verwendung von schwarzem Vulkangestein für den Bau des Tempels trägt zu seiner geheimnisvollen Aura bei und bildet einen wunderschönen Kontrast zum üppigen Grün und dem (oft, aber nicht immer) azurblauen Himmel. Die kunstvollen Schnitzereien, die die Schreine und Pagoden schmücken, zeigen mythologische Figuren, Tiere und florale Motive und zeugen von der exquisiten Handwerkskunst balinesischer Künstler, die uns hier auf Bali jeden Tag aufs neue begeistert.

Der Meru von Pura Ulun Danu Bratan Tourismus pur: ein Papagei aus Pappmaché 🙂

Das bekannteste Bauwerk, der elfdächige Pelinggih Meru (Meru = Pagodenturm nach dem Hindu Berg Meru benannt) steht dabei dem Ufer vorgelagert auf einer kleinen Insel. Er ist dem Hindu-Gott Shiva und seiner Gemahlin Parvati geweiht. Die ungerade Anzahl an Dächern ist ein typisches Merkmal balinesischer Tempelarchitektur und repräsentiert die Verbindung zwischen der irdischen und der spirituellen Welt.

Ulun Danu Bratan hat Naturkatastrophen und politische Umbrüche überstanden und ist damit ein Leuchtfeuer der Widerstandsfähigkeit und des Glaubens geblieben. Die anhaltende Bedeutung des Tempels in der balinesischen Gesellschaft zeugt von der fortdauernden Kraft seiner Symbolik und der tief verwurzelten Verbindung der Menschen zu ihren spirituellen Traditionen.

Munduk
Was ist eigentlich Munduk, das wir schon in der Überschrift benennen? Im Herzen des zentralen, bergigen Hochlands von Bali, in der Region Buleleng, bietet das Dorf Munduk und seine Umgebung eine ruhige Oase fernab der Menschenmassen im Süden der Insel.
Bekannt ist die Gegend für ihre zahlreichen gewaltigen Wasserfälle sowie für ihre üppigen Reisterrassen. Hier herrscht meist ein kühleres Klima als im der Süden oder an den Küsten Balis. Das war uns nur recht. Abends kann es etwas kühl werden, was uns ebenfalls angenehm ist.

Claudia auf unserem Spazierweg in Munduk Die jungen Mädchen von Munduk reagieren sehr freundlich, aber auch ein wenig verlegen auf uns.

Wanderung am Zwillingssee «Tamblingan»
Eine der schönen Naturwanderungen im Munduk-Gebiet betrifft die Wege rund um die Zwillingsseen Tamblingan und Buyan. Der Danau Tamblingan ist ist umgeben von Wäldern und Bergen und der viertgrößte See auf Bali, doch er ist der kleinere der beiden Zwillingsseen. Wir entscheiden uns für eine der Wanderungen am Tamblingan, werden von Mario zu einem Punkt neben der Straße gebracht, von wo eine Treppe hinab in den Dschungelwald führt. An diesem Punkt kann man noch etwas zu Trinken und zu Essen kaufen (rein balinesische Kost) und mit einem einheimischen Führer die Wanderung starten.

Wanderung mit Bootsfahrt am Zwillingssee «Tamblingan»

Die Banyumala Twin Wasserfälle
Die Banyumala-Zwillingswasserfälle liegen in der bergigen Region Munduk im Norden Balis und bestechen durch ihr kühleres Klima und durch die üppige Vegetation rundherum mitsamt den atemberaubenden Bergblick. Ein wenig muss man vom Parkplatz noch laufen, dann geht es über schmale Pfade eine Treppe hinab durch dichte Vegetation, ab und an durch kleine Bambushaine. Dieser Weg sollte für die meisten Altersgruppen gut zu bewältigen sein. Allerdings gibt es einige steile und felsige Abschnitte, die etwas knifflig sein können, besonders nach Regen (oder bei Niesel, das war bei uns der Fall).

Der Name des Wasserfalls besteht aus zwei Wörtern: Banyu bedeutet Wasser und Mala bedeutet schlechter Einfluss. Aufgrund seines Namens glauben die Einheimischen, dass das Baden in diesem Wasser ihre Seelen von Sünden und von schlechten Einflüssen reinigen wird.

Die Banyumala Twin Wasserfälle gehören sicher zu den schönsten Wasserfällen im Norden Balis

Nach dem Besuch dieses großartigen Wasserfalls haben wir Hunger und überlassen Mario die Auswahl des Restaurants, da wir uns ja selbst hier gar nicht auskennen. Er fährt mit uns in ein (immerhin familiäres) Touri-Restaurant, wo wir ein typisch balinesisches Gericht bekamen, das wir uns nicht aussuchen konnten, jedoch mit Vor- und Nachspeise. Geschmeckt hat es recht gut, im Raum nebenan fand gerade eine Cooking Lesson statt. Der Preis für dieses Essen war in der mittleren Preislage, wir konnten wirklich nicht klagen. Doch Mario und die Wirtsleute sowie andere Taxifahrer, die auch dort waren, kannten sich alle. Es ist nichts Schlimmes oder Böses (wir sind Mario keinesfalls böse), doch man sollte es eben wissen, wie es läuft, wenn man selbst keine genauen Vorgaben machen kann oder will.

Bleibt in der Liebe, haltet zueinander und pflegt eure Kontakte!
Und: passt gut auf euch auf!
Eure Thomas und Claudia

 

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