Kecak-Tanzaufführung im ARMA
Wenn ich in diesem Kapitel von Ubud spreche, dann meine ich nicht nur die unmittelbare Stadt Ubud, sondern auch die nahe Ubud gelegenenAusflugsziele.
Die Stadt hat für sich bereits sehr viel zu bieten, zuammen mit dem Umland könnte man hier Wochen verbringen.
Vor allem dann, wenn man an Kultur und Geschichte interessiert ist.
Die Natur um Ubud herum mit seinen terrassierten Reisfeldern und die vielen Dschungelwäder sind sowieso jeden Aufenthalt wert!
Monkey Forest
Auch wenn man glaubt, der Affenwald müsse irgendwo außerhalb von Ubud liegen, weil es ja ein “Wald” ist und er viel Natur bietet, so liegt er doch direkt in Ubud bzw. an der südlichen Peripherie.
Der Affenwald Ubud hat eine bedeutende Geschichte, die mit der balinesischen Kultur verflochten ist. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und gilt als heiliger Ort, an dem spirituelle Kräfte und Schutzgeister untergebracht sind. Die Affen gelten als heilige Tiere und symbolisieren sowohl Schutz als auch Unfug.
Sie fördern eine einzigartige Verbindung zwischen Mensch und Tier.
Ebenfalls zeigt der Park dem Besucher eine Reihe der Pflanzen, insbesondere 115 verschiedene Baumarten, die in Zusammenarbeit mit der Udayana University in Denpasar identifiziert wurden.
Im Monkey Forest in Ubud
Der Monkey Forest beherbergt daneben ebenfalls noch eine kleine Kunstausstellung mit Bildern, die das balinesische Leben und die mythologische Hintergründe thematisieren.
Damit führt ein Besuch dieser fast mitten in Ubud liegenden Ausflugsmöglichkeit den Tag (oder Halbtag) zu seiner gelungenen Abrundung.
Die Elefantenhöhle «Goa Gajah»
Im Umland von Ubud gibt es unzählige Ausflugsmöglichkeiten, von denen ich glaube, dass sie mich durchaus einen kompletten vier-wöchigen Urlaub ohne Langeweile zu beschäftigen vermögen.
Einer der namentlich bekanntesten ist Goa Gajah (“goa”=Höhle, “gajah”=Elefant), wo der Eingang zur Grotte fasziniert und regelmäßig in den Fernsehdokumentationen über Bali zu sehen ist.
Diese archäologische Stätte wurde im 11. Jahrhundert im heutigen Dorf Bedulu errichtet.
Der Ursprung des Namens ist nicht ganz geklärt; Elefanten sind auf Bali nicht heimisch.
In javanischen Schriften wird von einem Mönch berichtet, der am Elefantenfluss Lwa Gajah gelebt haben soll.
Bei dem Namen Lwa Gajah könnte es ich um den heutigen Fluss Petanu handeln, dessen Flussbett nahe der Elefantenhöhle eine Schlucht bildet.
Elefantentempel
Gunung Kawi – die Königsgräber
Beim Dorf Tampaksiring, umgeben von Dschungel und Reisterrassen, liegt einer der ältesten und einzigartigsten Tempelkomplexe auf Bali.
Er ist ganz anders als alle anderen, die wir bisher sonst auf Bali gesehen haben.
Dieser Ort ist im Vergleich zu den bekannten Sehenswürdigkeiten ein echter Geheimtipp, der erstaunlicherweise nicht von Touristenbussen überrannt wurde.
Er ist ruhig, spirituell und vermittelt einem tatsächlich das Gefühl, in ein anderes Jahrhundert eingetreten zu sein.
Kurz: Candi Tebing Gunung Kawi ist ein verstecktes Juwel.
Die zentrale Sehenswürdigkeit dieser Stätte besteht aus einer eine Reihe massiver Schreine, die direkt in eine steile Felswand gehauen wurden und sieben Meter hoch sind.
Insgesamt gibt es neun davon (vier bzw. fünf auf jeder Seite des Flusses), und man nimmt an, dass sie im 11. Jahrhundert als Denkmäler für König Anak Wungsu und seine Familie errichtet wurden.
In den Schreinen befinden sich jedoch nicht die sterblichen Überreste der königlichen Familie.
Damit stellen sie keine Gräber im eigentlichen Sinne dar, sondern vielmehr beeindruckende Gedenksteine.
Reisfelder in der unmittelbaren Umgebung von Gunung Kawi
Am Eingang zum Gelände der Königsgräber werden wir wiederum mit dem obligatorischen Sarong eingekleidet
Die Königsgräber von Gunung Kawi
Zusätzlich zu diesen beeindruckenden Königsschreinen von Gunung Kawi besteht die Grabanlage auch aus einem hinduistischen Tempel und verschiedenen Meditationsnischen.
Hier haben nicht nur die gläubigen Balinesen Zutritt, sondern ebenfalls Touristen.
Hinduistischer Tempel Gunung Kawi mit verschiedenen Meditationsnischen
Kunst und Kultur in Ubud
Die Stadt Ubud im Hochland von Bali, ist als Zentrum für traditionelles Kunsthandwerk und Tanz bekannt.
Der Regenwald und die Reisterrassen des umliegenden Bezirks Ubud, durchsetzt mit hinduistischen Tempeln und Schreinen, gehören zu den berühmtesten Landschaften Balis.
Zu den alten heiligen Stätten zählen die kunstvoll gemeißelte Goa Gajah («Elefantenhöhle») und Gunung Kawi mit seinen in den Fels gehauenen Schreinen.
Ubud gilt als spirituelle und künstlerische Hauptstadt Balis.
Die Stadt erstreckt sich über zahlreiche Täler.
Unzählige Tempel, Wasserfälle, Villen und Resorts liegen versteckt im dichten Dschungelgrün.
Meist beginnt ein Rundgang in Ubud-Stadt an der Kunstmarkthalle bzw. am Ubud Palast.
Denn meist wird man von den Taxisfahrern an dieser Stelle abgesetzt (und wieder aufgegabelt).
Auf den Straßen von Ubud
Claudia bei einer Fuß- und Wadenmassage
Eines der Muss für den Besuch in Ubud ist für Kultur- und Kunstinteressierte unbedingt der Besuch eines Museums, von denen es gerade in Ubud mehrere gibt.
Denn Ubud ist ein Zentrum der Kunst, insbesondere der Malerei.
Wir wählen das ARMA (Agung Rai Museum of Art) aus, schon allein weil es leicht fußläufig vom Monkey Forest aus erreichbar ist, welchen wir zuvor besuchten.
Besonders interessiert mich hier der Einfluss von Walter Spies auf die Kunst in Bali.
Spies lebte und wirkte von 1926 bis 1942 auf Bali.
Auch von ihm werden wir im ARMA eine Reihe von Bildern finden:
Im ARMA (Agung Rai Museum of Art)
naiv: landwirtschaftliche Tätigkeiten
naiv: spirituelle Tätigkeiten
Kecak-Tanz
Im Arma Museum nutzen wir auch die Gelegenheit, am Abend einer der bekannten Kecak-Tanz-Aufführungen beizuwohnen.
Diese finden hier drei Mal pro Woche jeweils am Abend statt, und heute ist Montag, einer dieser drei Tage.
Wir verbringen also die Zeit bis zum Aufführungsbeginn um 20:00 Uhr auch noch in Ubud.
Kecak ist einer der vier vielfätigen balinesischen Tanzformen zur Unterhaltung, die auf Bali gerne aufgeführt werden.
Die weiteren drei sind Barong, Legong und Wayang-Wong.
Beim Kecak tragen 50 bis 100 in schwarz-weiß-karierten Lendenschurz bekleidete Tänzer im Chor Verse vor, die auf dem indischen Epos Ramayana basieren.
Mit wechselndem Tempo und Lautstärke rufen sie “Kecak Kecak Cak-a-Cak”, während sie mit den Armen beschwörende Bewegungen ausführen.
Der Kecak selbst hat seine Wurzeln im alten balinesischen Trancetanz Sanghyang.
In der heutigen Form existiert Kecak erst seit etwa 1930, als der oben bereits erwähnte deutsche Maler Walter Spies die Idee zum Kecak hatte.
Die im Kecak dargestellte Geschichte handelt vom Kampf um die Befreiung der schönen Gattin des Haupthelden Rama im hinduistischen Epos Ramayana, Sita, die vom bösen Dämonen Rawana entführt wurde.
Dabei helfen der Affenkönig Hanuman, der adlergestaltige Götterbote Garuda und die Affenarmee (die von den 50 bis 100 Kecak-Tänzern dargestellt werden).
Die ganze Geschichte in kurzer Form kann hier nachgelesen werden.
Die Aufführung des Kecak im ARMA (Agung Rai Museum of Art)
Bleibt in der Liebe, haltet zueinander und pflegt eure Kontakte!
Und: passt gut auf euch auf!
Eure