Blick von der Stadtmauer auf den Hafen; im Hintergrund die Insel Lokrum
Der Weg vom Yachtclub Orsan in die Altstadt ist für uns recht einfach: mit dem Bus Nummer 6 fahren wir bis zum Pile-Tor, einem der exorbitanten Eingänge in die historische Altstadt. Durch dieses Tor treten wir in das Innere der altehrwürdigen Stadt ein.
Die Stadt mit dem nahtlosen Übergang zwischen dem Meer und den starken Mauern der Stadtbefestigung.
Der Onofrio-Brunnen von der Stadtmauer aus gesehen.
Das Straßenpflaster glänzt fast wie aus Perlmut gemacht. Rechts der Rektorenpalast.
Ein bißchen Erotik gehört heute in jede gute Geschichte. Deswegen kann ich nicht auf dieses frivole Bild verzichten …
Vor den Toren der Altstadt
Das Pflaster der Altstadt scheint aus Perlen gebaut zu sein, es schimmert und leuchtet als hätte es eben geregnet! Der Glanz früherer Zeiten zeigt sich wohl nirgends deutlicher als in Dubrovnik. Wer jemals von dieser Stadt gehört hat, ahnt vielleicht, dass sie etwas ganz Besonderes ist. Doch nur ein Besuch innerhalb der Geschichte wispernden Mauern der Altstadt vermag das ganze Maß dieser Schönheit zu vermitteln. Und das scheinen auch ganz viele Leute zu wissen: noch nie habe ich so viele Touristen gesehen (OK, vielleicht in Rom), die sich von morgens bis abends von dieser Stadt einnehmen lassen, das Flair von ewiger Schönheit in sich aufsaugen.
Die Altstadt Dubrovniks war Anfang der 90er Jahre ein Hauptangriffsziel der jugoslawischen Armee. Große Teile der Gebäude wurden fast völlig zerstört. Die Kroaten ließen sich von dieser schlimmen Zerstörung nicht entmutigen. In kürzester Zeit bauten sie diese unschätzbaren steinernden Kulturzeugen wieder auf. Wir finden heute keine Spuren der damaligen Zerstörung mehr, bestenfalls fallen uns die neuen, etwas gleichmäßig roten Dächer vieler Gebäude auf. Heute kann man unbesorgt die schmalen Gassen entlangschlendern und durch die bunten Souvenierläden bummeln.
Video: Dubrovnik
Von der mächtigen Stadtmauer haben wir einen phänomenalen Blick auf jeden Teil der eindrucksvollen Komposition aus roten Dächern. Niemals zuvor haben wir eine so große, lange und hohe Stadtmauer gesehen. Wir promenieren in etwa drei Stunden auf dieser exponierten Stellung um die Stadt, nicht ohne uns zwischendurch Eis und Getränke kredenzen zu lassen, die an zwei Punkten auf diesem Augenschmausweg angeboten werden. Überall hören wir die Verschlüsse von Kameras klicken. “Every view is so beautiful!” schwärmt eine Touristin im Vorbeigehen und drückt wiederholt auf den Auflöser. Wie mögen die „alten“ Touristen hier gelitten haben, die zu Zeiten des Zelluloidfilms mit der Anzahl ihrer Bilder doch eher eingeschränkt waren!
Wer am Pile-Tor wieder von der hohen Stadtmauer hinuntersteigt kann sich direkt am dort befindlichen Onofrio-Brunnen von einem der 16 Wasserspeiern die verdiente Erfrischung abholen. Das Wasser ist sauber, es wird aus einer zwölf Kilometer langen Leitung aus den Bergen herbeigeführt. Vom Brunnen aus gehen wir die Placa entlang, die von Geschäften und Cafés gesäumte Hauptstrasse der Altstadt. Es gibt so viele schöne Gebäude zu sehen, die ich hier gar nicht alle aufführen kann. Schaut Euch das in Eurem nächsten Urlaub einfach selbst an!
Uns zieht es auf der anderen Seite der Stadt zum Seetor hinaus, zum Stadthafen, der ebenfalls von Konobas mit Aussicht auf schaukelnde Boote und die ständig verkehrenden Ausflugschiffe belegt ist.
In damaliger Zeit, als Dubrovnik noch Ragusa hieß, war der Hafen der Stadt der letzte geschützte Hafen auf dem Wege nach Konstantinopel. Von hier ab hatten die Seefahrer nichts weiter vor sich als die offene See.
Bis zur offenen See wollen wir heute nicht. Wir lassen uns vom Stadthafen aus zur Insel Lokrum befördern, der kleinsten der Elaphitischen Inseln und auch ein sehr beliebtes Ausflugsziel der Dubrovniker. Das Boot bringt uns, bei für die Adria in dieser Jahreszeit ungewöhnlich hohem Seegang und Wind, sicher wieder in den Altstadthafen zurück, wo wir beim Gang durch die Altstadt von einem geschickt redenden Kellner auf seine Rattanstühle gelockt werden und eine wirklich lecker zubreitete Abendmahlzeit verzehren.
Es gibt in Dubrovnik meines Wissens drei Möglichkeiten zum Liegen: die ACI Marina Komolac, welche drei Seemeilen ostwärts im Meeresarm Rijeka Dubrovacka liegt (in diesem tiefen Meeresarm kann man auch ankern). Zur Ansteuerung fährt man einfach durch die auffällige Hochbrücke vor Dubrovnik hindurch. Wir selbst wollten in der Marina unsere Gasflasche auffüllen. Das geht dort leider nicht, jedoch in der Nähe der Marina gibt es eine Auffüllstation (aus der Marina heraus, nach der Schranke links, dann etwa 400 Meter die Strasse lang, dann rechts abbiegen, wo man nach etwa 50 Metern ein unauffälliges Schild mit der Aufschrift „Pile-Gas“ entdecken kann und nach etwa 200 weiteren Metern erscheint linker Hand die Station).
Gasstation Pile in Dubrovnik
Die zweite Möglichkeit ist die Marina Porat. Sie hat nur etwa 40 Liegeplätze und liegt in dem südöstlichen Meeresarm, der deutlich kürzer ist als der zur Marina Komolac, links hinter den Anlegern für die riesigen Passagierschiffe.
Yachtclub „Orsan“ in Dubrovnik: Wir legen am Steg dieses Yachtclubs an. Er ist genau gegenüber der Anleger für die Kreuzfahrtschiffe. Deswegen ist teilweise deren Generator zu hören, jedoch nicht extrem störend. Beim Anlegen bekommt man vom Club offenbar keine Hilfe. Das Winken von Claudia bei der Annäherung (wir hatten Seitenwind) führte jedoch dazu, dass aus dem neben dem Yachtclub liegendem Restaurant ein Helfer kam, der unsere Leinen entgegennahm (Mooring etc.) und sich im Nachhinein als unser neuer Nachbar herausstellte. Vor der Pier ist eine Steinaufschüttung, die bei Schwell und Niedrigwasser unser weit hinten sitzendes Ruderblatt gefährdet. Diesen Hinweis bekamen wir von unserem neuen Nachbar, der mit seiner Avalon aus diesem Grunde ebenfalls vorwärs lag. Somit führten wir ein zweites Anlegemanöver durch, bei dem ich nach Aufstoppen den Motor-Leerlauf nicht korrekt prüfte und somit die Schraube unbemerkt langsam weiter rückwärts ging. In der Folge führte das zum Umwickeln der Mooring um die Schraube. Der Motor ging wegen der geringen Drehzahl sofort aus und so wurde die Mooring nicht beschädigt, sondern lediglich von der Schraube aus straff gespannt (statt von der Klampe ). Der nun nötige Tauchgang lehrte mir dann auch das Manöver „Mooring aus Schraube befreien“.
Da für Gäste nur die Außenseite des Anlegestegs in Frage kommt, gibt es schon einigen Schwell durch vorbeifahrende Boote. Für unsere 9,30 Meter Cleo bezahlten wir pro Nacht 32 Euro. Sanitär gibt es nicht, wenn man davon absieht, dass es Toiletten gibt, die u.a. von dem anliegenden Restaurant und dem Club gemeinsam genutzt werden. Eine Tankstelle ist in unmittelbarer Nähe zu dem Club.
Claudias Fazit
Dubrovnik, 21.Juni 2009
Nach nun vergangenen sieben Wochen habe ich mich doch schon sehr an unser Vagabundenleben gewöhnt. Kein Tag vergeht, der ohne Ereignisse ist. Langeweile kommt nicht auf. Auch in den letzten drei Wochen haben wir vieles erlebt und sind einige Male mit unserer Cleo weitergewandert. Wo auch immer wir liegen, ob im Hafen an der Pier, an einer Boje oder vor Anker, die Cleo ist jetzt einfach unser Zuhause. Ich genieße es sehr, in Kroatien so viele neue Plätze und Orte zu entdecken. Und ich kann es gut nachvollziehen, dass so viele Menschen ihren Urlaub ebenfalls hier verbringen. Das Land bietet so besonders viel Abwechslung, insbesondere auch landschaftlich. Es ist schlicht traumhaft schön, für eine so lange Zeit dieses Land zu besuchen. Auf der Insel Hvar haben wir insgesamt acht Tage verbracht. Zuerst in der Stadt Hvar und dann auf der anderen Seite in Vrboska. Nachdem wir in Vrboska einen tollen Fahrradtag verlebten, mussten wir wegen starkem Yugowind noch mal ein paar Tage verlängern. An den beiden Yugotagen hatte ich nur Kopfschmerzen und war sehr müde. Zu Hause bin ich üblicherweise weniger wetteranfällig.
Meist geht es an unseren Tagen ruhig und beschaulich zu. Dennoch sind wir am Abend von unseren Erlebnissen und Ausflügen und der vielen Seeluft immer sehr erschöpft. Zum Beispiel die Landtage in Makarska. Wir haben uns drei Tage ein Auto geliehen und die Umgebung angeschaut. Eine wunderbare Abwechslung für mich und ich kann mich wieder etwas erden nach den Aufenthalten im Wasser (also unterwegs auf dem Schiff). Mit dem PKW sind wir etwa 400 Kilometer gefahren. Bei unserem Bummel-Tempo hätten wir da mit der Cleo einige Wochen gebraucht. Doch es soll ja auch alles in Ruhe passieren.
Aktuell liegen wir im Dubrovniker Yachtclub Orsan. Vorgestern und gestern waren wir in der Altstadt von Dubrovnik. Diese Stadt ist traumhaft schön. Ich habe ja schon von Trogir geschwärmt, doch Dubrovnik ist dagegen gigantisch. In dieser Kulisse habe ich dann auch besonders viele Fotos gemacht. Jeder Blick ist so schön.
Fazit: Bin weiterhin begeistert von dieser Reise. Wofür ich mich allerdings noch nicht begeistern kann sind die An- und Ablegemanöver bei Wind und Welle. Zumindest, wenn wir zwei ganz alleine sind und keinen Helfer an der Pier haben (Leinen entgegennehmen, Mooringleine reichen). Inzwischen haben wir ja in dieser Beziehung schon Einiges erlebt und gelernt (siehe auch Berichte von Thomas).