Die Inselgärtnerin

Roman von Sylvia Lott

Eintauchen in den Exotiktraum Florida

Als Florida-Reisende finden wir alles wieder, was wir in Florida und den USA ebenfalls vorgefunden hatten: die grünen bis türkisblauen Gewässer des Golf von Mexiko, die wundervollen Farben der Holzhäuschen, die Menschen mit ihrer verbindenden Art: sie suchen und finden immer nach einer deutschen Großmutter, einem ehemals in Deutschland stationierten Verwandten oder einem Berlinbesucher in ihrer Verwanschaft, sobald man erwähnt, dass man aus Deutschland kommt.

Immer werden Gemeinsamkeiten gesucht, oder was einem gemeinsam gefällt etc.. Man fühlt sich wohl und angenommen in den USA. Dieses Gefühl kommt auch sehr lebendig in dem Buch von Sylvia Lott rüber.

Die Autorin hat wie von ihr gewohnt genau recherchert. Wir haben von ihr bereits das Buch Die Fliederinsel gelesen. Sie beweist auch diesmal wieder ihre exzellente Beobachtungsabe. Details wie, dass die Fenster in den USA meist durch ein Schiebesystem nach oben geöffnet werden, machen die Geschichte glaubhaft. Man nimmt ihr die gesamte Geschichte ab. Und freut sich natürlich darüber, genau dieselben Beobachtungen gemacht zu haben.

Dass sich die deutsche Sonja, die Protagonistin des Romans, nach einer Erbschaft auf einer kleinen Insel vor Fort Myers eine Existenz aufbauen möchte, kommt der genauen Darstellung der exotischen Umgebung sehr entgegen. Ein paar Längen fand ich aus meiner Sicht dennoch. Die Spannung konnte nicht durchgehend gehalten werden. Für mich waren das insbesondere die Stellen, in denen im Kulturzentrum für ein Programm geprobt wurden. Das vorliegende Buch konnte diesbezüglich nicht mit Der Fliederinsel mithalten.

Nichtsdestotrotz: das Buch ist beinahe schon ein Muss für alle die gerne in den USA und besonders in Florida reisen. Man kann sich so die Kosten und die Zeit für eine teure Flugreise sparen. Oder wird dazu animiert, eine teure Flugreise zu unternehmen.