Mali Lošinj – Werkstattgeschichten: Was lange währt …

Leuchtturm bei Mali Lošinj
Leuchtturm bei Mali Lošinj. Als Cleo diesen Punkt umrundet hat, ist sie schon ganz nah ihrer Heimat.
Der Marinero mit dem orangefarbenen Poloshirt nimmt unsere Achterleine entgegen:

„Is this Cleo?“ fragt er, als er uns seinerseits die Mooringleine übergibt.

Ja, sie ist es. Wir freuen uns, der Marinero gehört zur Marina in Mali Lošinj. Hier ist Cleo zu Hause, hier wird ihr geholfen werden. Prompt wurde die weiße Gestalt der Dufour 3800 mit dem schrägen Spiegelheck vom ersten Marinero nach über drei Monaten Abwesenheit wiedererkannt. Obwohl der übergroße Namensschriftzug am Heck durch das dort angebundene Gummiboot vollständig bedeckt ist.

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Iž – Motor fällt schon wieder aus oder: Eine Werkstatt in Rente?

Braune Brühe läuft aus dem Motor
Eine braune Brühe läuft aus dem Motor
Der Wind weht eher schwach, wir kreuzen uns langsam nach Norden. Kein Zeitdruck beherrscht uns. In der kommenden Nacht wollen wir ankern. Ankerbuchten gibt es hier genügend. Auf Sestrunj oder Sverinac zum Beispiel. Als der Wind immer mehr nachlässt, nehmen wir den Motor zur Hilfe. Wir bewegen uns nahe dem Südzipfel von Sverinac, als unsere Nasen das Gefühl nicht loswerden, dass es etwas verschmort riecht. Schnüffelnd taste ich mich den Niedergang hinab. Dort meldet mein Riechkolben auch schon einen etwas stärkeren Schmorgeruch. Nach Entfernen der Niedergangstreppe sehe ich, dass es um den Motor herum leicht qualmt. Der Motor kocht. Die Wanne unter dem Motor ist voll mit dunkelbraunem Wasser. Was ist denn das nun schon wieder! Der Motor hatte doch schon zweimal seine Auszeit. Was will er denn jetzt?

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Auf der Insel Vis

Ein einsamer Delphin durchstreift das Gewässer
Ein einsamer Delphin durchstreift das Gewässer
Über Orebić auf Pelješac und Prigradica auf Korčula setzt Cleo ihre Fahrt östlich zur Insel Vis fort. Wir balancieren mit einem Kurs von 270 Grad schnurstracks auf dem 43. Breitengrad bis die Insel in Sicht kommen wird. Die See ist glatt wie ein Spiegel, nicht der allerleiseste Windhauch möchte unsere erhitzten Körper kühlen und so fahren wir in drückender Hitze unter Motor dem Ziel entgegen. Auf dem azurblauen Himmel, der sich über der See spannt, ist nicht die kleinste Wolke zu sehen. Dennoch ist die Sicht diesig, zwischen Korčula und Vis entsteht uns der Eindruck, auf dem offenen Meer zu sein. Keine der Inseln ist sichtbar. Ebenso wenig Hvar, deren Bergrücken wir querab in nördlicher Richtung erkennen sollten.

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Im Wechselbad der Gefühle

Anfahrt auf Trstenik
Anfahrt auf den Ort Trstenik auf der Halbinsel Pelješac. Das Foto entstand kurz bevor unser Motor streikte, bevor unsere Laune in den Keller sank, als wir uns also noch fröhlich auf den Abend am Hafen freuten.
Rat. tat. tat.. tat… tat…..

Ich drehe den Zündschlüssel noch einmal.

Rat… tat….

Claudia schießt von unten den Niedergang hoch: „Oh Gott, schon wieder ein Stromproblem?!“

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Šipanska Luka 2

Anfahrt auf den Ort Trstenik auf der Halbinsel Pelješac. Das Foto entstand kurz bevor unser Motor streikte, bevor unsere Laune in den Keller sank, als wir uns also noch fröhlich auf den Abend am Hafen freuten.
Der Hafen ist voll, keine Boje frei, kein Platz an der Pier. Ankern im Hafenbecken ist unsere einzige Option als sich unerwartet eine Segelyacht aus der Gruppe der pierliegenden Schiffe löst und davonfährt. Die zurückgebliebenen Schiffe rücken sofort auf, die hinterlassene Lücke wird so eng, das ich gerade mal noch Platz für die Breite eines Kajaks entdecken kann. Fast möchte ich aufgeben und doch wieder zum Ankern ins Hafenbecken steuern, als der Marinero die Mooringleine hochzieht, auf den Booten links und rechts der schmalen Lücke die Besitzer ihre Fender ausrichten und mit Bootshaken bewaffnet an ihre Schiffsspitzen laufen. Ja, wenn das keine nette Einladung ist denke ich und steuere die Cleo mit ihrem Bug auf diesen schmalen Wasserpfad zu.

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Seenothilfe für einen Lappen

Scheuerlappen
Scheuerlappen happen bekanntlich ein „bewegtes“ Leben. Dieser hier ganz besonders: Ritter der Lüfte oder König der Meere?
Auf unserem Rückweg von Montenegro ziehen wir drei Vagabunden – Claudia, Cleo und meine Person – wieder in die bereits bekannte Bucht neben dem Hafen von Cavtat ein. Die Sonne scheint sowieso und wir fühlen uns begrüßt wie alte Bekannte. Was wir ja gewissermaßen auch sind. Eine leichte Brise weht uns entgegen, was auch unseren alten Scheuerlappen, der zum Trocknen an der Reling hängt, vergnügt hin und herschaukeln lässt.

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Zurück gen Nordwest

Anfahrt auf Sveti Stefan
Anfahrt auf Sveti Stefan. Ursprünglich waren die aus Naturstein errichteten Häuser der Insel als Zufluchtsort vor den türkischen Eroberern gebaut. Danach war es Fischerort und seit 1955 gehören alle Häuser der Insel zu einem Hotel mit einer Kapazität für etwa 200 Touristen.
Das erste Mal auf unserer Reise ist die Strömung der Adria mit uns. Der südlichste Punkt auf unserer Adriarundreise wird für unser Segelschiff Cleo die Marina der Stadt Bar bleiben. Das Schiff pflügt das Wasser mit seinem Bug auseinander und mit spürbarem leichteren Vorwärtsdrang gelingt es Cleo fünf Knoten Geschwindigkeit zu überbieten. Ist sie ebenfalls froh über unsere Entscheidung, den Törn um viele Seemeilen zu verkürzen? Wir fühlen uns jedenfalls sehr wohl dabei, was eine weitere Bestätigung für die Richtigkeit dieser Alternative ist. Nur ein paar Meilen bis zur Bucht mit der Hotelinsel Sveti Stefan, wo wir heute vor Anker gehen wollen.

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Naturoase Skutarisee

Moschee in Ulcinjtitle=
Moschee in Ulcinj. In der südlichsten Stadt Montenegros leben viele muslimische Albaner.
Der nagelneue Citroen holpert über die bucklige Straße. Hinter uns hupt es, vor uns eine Staubwolke aufgewirbelt vom vorausfahrenden Laster. Und wir mittendrin. Ich grinse. Das ist Autofahren mitten durchs südländische Temperament! Der C4 mit seinen supermodernen digital-elektronischen Anzeigearmaturen passt irgendwie nicht in diese eher urwüchsige Infrastruktur. Natürlich ist das kein Problem für ihn, auch wenn er sich erst noch mit seinen bisher 450 gefahrenen Kilometern an sein neugeborenes Autoleben gewöhnen muss.

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Die alte Stadt Bar

Futuristisches Kaufhaus in Bartitle=
Das futuristische anmutende Kaufhaus in Bar stammt noch aus der sozialistischen Tito-Ära. Heute ist es ein eher unfreiwilliges Wahrzeichen der Stadt.
“Das ist der leckerste Salat, den ich auf der ganzen Reise bekommen habe” sagt Claudia und lässt sich den Vitaminska Salad des im Wahrzeichen von Bar integrierten Restaurants herzhaft schmecken. Das Wahrzeichen von Bar ist keine Statue eines Tieres wie der Berliner Bär in Berlin oder ein technisches Symbol das Atomium in Brüssel. Nein, es ist ein ungewolltes Wahrzeichen, denn es ist das futuristisch anmutende Kaufhaus im Zentrum der Neustadt von Bar. Es liegt unweit des Hafens und bietet Boutiquen, Schuhgeschäften, Möbelhandel, einem Supermarkt, Restaurants und „Stöbergeschäften“ ein Dach.

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