Eine Herde weißer Pferde

Galoppierendes Pfohlen
Ferien in Lipizza hieß eine Fernsehserie, die wir als Kinder jeden Freitag Abend mit glänzenden Augen vor dem Fernsehgerät verfolgten. Penibel gaben wir acht, dass wir keine der insgesamt dreizehn Folgen verpassten. Die Handlung der Serie entwickelt sich wie bei Heimatfilmen üblich: Die siebzehnjährige Julka verbringt die Ferien bei ihrem Onkel Dimitri auf einem Gestüt …

Nun, denken wir uns, das „spielen wir nach“ und verbringen heute auch einmal wenigstens ein paar Stunden auf einem Gestüt. Genauer gesagt: auf dem Gestüt in Lipizza, wo die beliebten weißen Pferde mit ihrem sprühenden und freundlichen Charakter auf uns warten.

Die Urheimat der Lipizzaner, der Ort Lipica, ist ein Ortsteil von Sežana. Wir erreichen es von er italienisch-österreichischen Grenze, ohne eine Slowenien-Vignette kaufen zu müssen. Die freundliche Vignettenverkäuferin in ihrem kleinen Häuschen am Grenzübergang erklärt uns, dass wir nach der Grenze sofort rechts in Richtung Sežana abbiegen können und schon sind wir auf einer vignettenfreien Landstraße. Na – das ist doch ein Wort und schon ist unser Diesel in diese Richtung angefahren, eilt schnurstracks hin zu den Pferden. Die einhundertzehn Pferdestärken unter seiner Motorhaube freuen sich ganz offensichtlich auch auf das Treffen mit weiteren hunderten noblen Pferdestärken ganz in Weiß.

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Grado und Barbana

Lagune um Grado
Lagune um Grado, im Hintergrund Barbana
Erklärung für alle, die den vorigen Abschnitt (Wieder festen Boden unter der Matratze) gelesen haben: Nein, wir sind nicht dem (dunklen) Alkohol verfallen. Nein, wir verbringen unsere sonnigen Tage nicht auf dem Balkon. Und nein – wir sind trotz dem Ende der Segelei lange noch nicht am Ende unserer Adriareise angekommen. Italien hat uns und wir haben Italien! Und slowenische Ziele warten auch noch auf ihre Entdeckung durch uns.

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Hilfsbereitschaft ohne Ende

Das ist von unserem Verklicker übrig. Das Teil fand ich im Cockpit, wo es beim Einschlag gestern Nacht zufällig hingefallen ist.
Kaffee, Croissants, Marmelade. Alles steht bereit. Wir sind zu Gast bei Mertha, Henk und ihren Teenager Kindern Lena und René. Mit dem heißen Becher in der Hand sitzen wir da, unterhalten und freuen uns.

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Drei Minuten vor zwölf: ein tiefer Einschnitt in unseren Törn

Sicher wäre alles ganz anders gekommen. Hätte ich nur nicht den kleinen Blitz übersehen, der im Wetterschaubild erkennbar war. Hätte ich bloß auf dieses geringfügige Zeichen geachtet und nicht nur darauf, aus welcher Richtung der Wind kommt und wie stark er bläst.

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Mali Lošinj – Werkstattgeschichten: Was lange währt …

Leuchtturm bei Mali Lošinj
Leuchtturm bei Mali Lošinj. Als Cleo diesen Punkt umrundet hat, ist sie schon ganz nah ihrer Heimat.
Der Marinero mit dem orangefarbenen Poloshirt nimmt unsere Achterleine entgegen:

„Is this Cleo?“ fragt er, als er uns seinerseits die Mooringleine übergibt.

Ja, sie ist es. Wir freuen uns, der Marinero gehört zur Marina in Mali Lošinj. Hier ist Cleo zu Hause, hier wird ihr geholfen werden. Prompt wurde die weiße Gestalt der Dufour 3800 mit dem schrägen Spiegelheck vom ersten Marinero nach über drei Monaten Abwesenheit wiedererkannt. Obwohl der übergroße Namensschriftzug am Heck durch das dort angebundene Gummiboot vollständig bedeckt ist.

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Iž – Motor fällt schon wieder aus oder: Eine Werkstatt in Rente?

Braune Brühe läuft aus dem Motor
Eine braune Brühe läuft aus dem Motor
Der Wind weht eher schwach, wir kreuzen uns langsam nach Norden. Kein Zeitdruck beherrscht uns. In der kommenden Nacht wollen wir ankern. Ankerbuchten gibt es hier genügend. Auf Sestrunj oder Sverinac zum Beispiel. Als der Wind immer mehr nachlässt, nehmen wir den Motor zur Hilfe. Wir bewegen uns nahe dem Südzipfel von Sverinac, als unsere Nasen das Gefühl nicht loswerden, dass es etwas verschmort riecht. Schnüffelnd taste ich mich den Niedergang hinab. Dort meldet mein Riechkolben auch schon einen etwas stärkeren Schmorgeruch. Nach Entfernen der Niedergangstreppe sehe ich, dass es um den Motor herum leicht qualmt. Der Motor kocht. Die Wanne unter dem Motor ist voll mit dunkelbraunem Wasser. Was ist denn das nun schon wieder! Der Motor hatte doch schon zweimal seine Auszeit. Was will er denn jetzt?

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