– Sechster Tag –

Es ist 10:30 Uhr und offenbar gerade Frühstückspause. Ein paar Leute versammeln sich in einem schwach beleuchtetem Schankraum, eingerichtet wie ein kleines Gartenlokal, und reden. Uns beide nimmt man erst gar nicht richtig wahr. Jemand holt einen “Dolmetscher”. Dass mein Spanisch praktisch nicht vorhanden ist, hat man uns nach dem Hola wohl sofort angehört.
Ein junger englischsprechender Mann führt uns die Stationen der Herstellung der puros palmeros entlang. Als besonders wichtig betont er die Qualitätsauswahl der Tabaksblätter, die von einem erfahrenen Mitarbeiter vorgenommen wird. Mit einer qualmenden Zigarre, die dieser ältere Herr beim Legen der Blätter mit den Lippen von einem Mundwinkel in den anderen rollt, legt und glättet er die hellbraunen bis dunkelocker, aber weichen Blätter. Es wird mitunter auch Tabak aus anderen Anbaugebieten eingemischt: Java, Brasilien, Kuba.
Danach folgen noch diverse Schritte bis zur fertigen Zigarre, alles in Handarbeit. Ich sage euch, so ein Tabakbüschel macht einen langen Weg mit, bevor es eine Zigarre wird. Viel zu schade, um sie dann einfach so zu verbrennen …
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Übrigens: Für eine Szene im Film zündete ich mir eine dieser Zigarren an, obwohl ich seit zwölf Jahren Nichtraucher bin. Und ich staunte: selbst ein kleiner Lungenzug brachte meine ungeübte Kehle nicht zum Zusammenziehen und der Rauch schmeckte fast schon angenehm. – Nur nicht rückfällig werden!