Teneriffa: Ältester Drachen der Kanaren und das Tenogebirge

– Dritter Tag –
Heute führt uns die Straße entlang der Westküste bis in den Südwesten der Insel. Dort erschuf die Natur der Erde das Tenogebirge. Zusammen mit dem Anagagebirge im Nordosten zählt es zu den ältesten Teilen Teneriffas. Von Puerto de la Cruz geht es durch das grüne Orotavatal und dann die Straße TF-5 an der Küstenlinie entlang. Vorbei am Aussichtspunkt Mirador del Rio, wo man von der Straße durch Blumen hinunter auf die Küste schaut.

Garachico
In Garachico () legen wir einen kleinen Stopp am neu gebauten Yachthafen ein. Einst besaß die Stadt den größten Handelshafen der Insel, von dem jedoch bei dem verheerenden Vulkanausbruch von 1706 wesentliche Teile durch Lavamassen zerstört wurden. Wirtschaftlich erholte sich die Stadt davon nie wieder.

Icod de los Vinos: Vorbereitungen für das Fronleichnamsfest

Nur sieben Kilometer weiter gelangen wir nach Icod de los Vinos, um am Vormittag den ältesten Drachenbaum anzuschauen (wenn die von ihren Touren zurückkehrenden Touristenbusse die Stadt noch nicht belagern). Drago Milenario steht auf einem Hinweisschild an der Straße, damit man ihn nicht verfehlen kann. “Milenario” – 1.000 Jahre soll er sein, doch niemand weiß es wirklich genau. 500 sei wahrscheinlicher sagen Botaniker, doch auch 300 Jahre wären gut möglich. 3.000 Jahre war eine der ersten Annahmen …

Drachenbäume weisen keine Jahresringe auf und so mag wohl jeder spekulieren wie er will. Der Parque del Drago mit dem zentralen Baum ist so oder so einen Spaziergang hindurch wert. Es wachsen Pflanzen aus allen Höhenlagen der Insel. Dieser Platz sei der Ort auf Teneriffa, den die meisten Touristen besuchen! Deshalb ist für den Besuch der Vormittag gut gewählt, denn viele der Bustouren fahren Icod zum Abschluss eines Tagesausfluges an.

“Das versteckte Dorf”, wie die freie Deutung des Namens Masca lautet (), ist längst nicht mehr so versteckt wie es der Name vermuten läßt. Bis vor einigen Jahren gab es nur eine Sandpiste von Santiago del Teide zu den 80 Häusern. Meist wurde dieser Weg mit Eseln genutzt. Seit einigen Jahren führt eine kurvenreiche Straße von Buenavista del Norte und Santiago dorthin, es verkehrt ein Linienbus. Abenteuerlich ist die Begegnung mit dem Linienbus auf der Straße heutzutage nicht mehr, denn an den meisten Stellen ist die Straße breit genug. Vor engen Kehren gehört das Hupen dennoch zu den Sicherheitsmaßnahmen.

 

In dem im weiten Talkessel des Tenogebirges verstreuten Dorf Masca finden wir ein Restaurant (es gibt mehrere davon). Man kann hier in einfachen Unterkünften auch übernachten.

Das Dorf ist bekannt als Ausgangspunkt für eine der schönsten Wanderungen auf Teneriffa. Von hier aus durchquert man die Masca-Schlucht, man läuft mit gutem Schuhwerk und vorausgesetztem trittfesten Schritt hinunter zum Meer. Diese Wanderung dauert etwa drei Stunden. Der Rückweg wäre sehr anstrengend (mindestens vier Stunden einplanen!) und wird deswegen meist nicht gemacht. Unten, am Meer gibt es einen Steg, wo man sich nach vorheriger Absprache von einem Fischerboot oder den touristischen Whale-Watching-Tourenbooten abholen lassen kann. Meist kommen diese aus dem Hafen von Los Gigantes (der Hafen heißt Puerto Deportivo = Jachthafen). Wir selbst verzichteten auf diese Wanderung zugunsten der Zeitersparnis für weitere Filmaufnahmen in Los Gigantes ().

Los Gigantes: der Name rührt von den steilen Felsen zu Meer her, mit denen das Tenogebirge hier zum Meer abschließt. Sie sind bis zu 600 Meter hoch und zehn Kilometer lang. Der Ort selbst ist touristisch sehr gut entwickelt und geht unmerklich in den Ort Puerto de Santiago über.