Fuerteventura: Bauernmuseum, zwei Fürsten und Oasenstadt

– Dritter Tag –
In Tefia lernen wir etwas über das ländliche Leben auf Fuerteventura. Am Eingang des Freilichtmuseum La Alcogida folgen wir einer lärmenden Schulklasse. Es verspricht also sehr lehrreich zu werden . Das Museum besteht aus sieben restaurierten Bauernhöfen. Neben den Wohnstätten der Bauern vor 100 Jahren wird auch ein Film über deren Leben und Arbeit gezeigt, einer Stickerin kann man bei der Anfertigung der inseltypischen Durchbrucharbeiten zuschauen. Brotbacken soll man auch erleben können – das war bei uns an einem Mittwoch Vormittag jedoch gerade nicht der Fall.

Am interessantesten finden viele Besucher die Tiere: Kamel und Esel selbstverständlich und zwei Exemplare der typischen kanarische Hunderassen Bardino und Podenco starren uns mit ihrem Hundeblick an. Der neugierige Podenco, eine Rasse besonders geeignet für die Kaninchenjagd, will am liebsten mit mir spielen. Wenn nur nicht seine Kette zu kurz wäre . In der Casa Señor Teodosio kann man einen Esel beim “Karussellaufen” zusehen: das Tier bewegt den Mühlstein, unter dem das Getreide zu Gofiomehl zerrieben wird (Gofio).

Museo La Alcogida Die Kinder der Schulklasse tragen Schuluniform

 

Klick mich – Wau!
Vor der Eroberung Fuerteventuras durch den Normannen Jean de Béthencourt im Jahre 1405 war die Insel von den Ureinwohnern bewohnt und in zwei Herrschaftbereiche eingeteilt: im kleineren südlichen Teil Jandia regierte der Guanchenkönig Ayose. Getrennt durch einen Steinwall zwischen La Pared und Betancuria war der nördliche Teil Maxorate, auf den Guize herrschte. Aufgrund der technischen Überlegenheit der spanischen Waffen und der bereits jahrelang durch anhaltende Fehde der beiden Könige geschwächten Guanchenreiche konnte der normannische Eroberer die beiden Inselteile im Namen der die kastillischen Krone unterwerfen. Guize und Ayose sowie ein großer Teil ihrer Untertanen wurden christlich getauft. Überlebensgroße Statuen dieser beiden Könige wurden am Aussichtspunkt Morro Velosa errichtet .

Die Landschaft zwischen Valle de Santa Ines und Betancuria
oben rechts: Die beiden Fürsten Ayose und Guize

Jean de Béthencourt errichtete sich sein eigenes Denkmal, indem er die neue Stadt, entstanden am Grenzverlauf der beiden Guanchenreiche, Betancuria taufte. Der Ort liegt in einem fruchtbaren Teil, vor dem Winde geschützt durch die Berge ringsherum. Der Eroberer selbst wohnte jedoch nicht lange im Ort: bald zogen ihn weitere Eroberungszüge auf den anderen kanarischen Inseln wieder fort.

Betancuria, die Oase inmitten trockener Hügellandschaft

 

Weitere interessante Links
  • Für Hundeliebhaber: Genauere Infos zu den beiden heimischen Hunderassen Bardino und Podenco